Zwei Seelen wohnen ach!,in meiner Brust

An einen Nachmittag meiner frühen Jugendzeit erinnere ich mich noch,als sei er gestern erst gewesen.
Vor dem Haus meiner Lieblingsfreundin gaben wir uns einer damals oft gefrönten Leidenschaft hin.Jungs betören.Kaum war die Schule aus,schwirrten die Liebesabenteuer Suchenden auf ihren Fahrrädern und Mopeds aus.Meine Freundin war ein begehrtes Ziel.Blond wie eine Schwedin verdrehte sie mit ihren veilchenblauen Augen fast jedem Jüngling den Kopf.Größer als sie,zu groß für viele der Jungs,schlicht brünett und grün-braunäugig in die Welt schauend,stand ich in ihrem Schatten.
Damals fiel mir zum ersten Mal auf,das da etwas Fremdes in mir wohnt.Ohne meinen eigentlichen Willen bewegte sich das,nach Zuwendung heischende Mädchen welches ich war, enttäuscht über die mangelnde andergeschlechtliche Aufmerksamkeit,in einer Art und Weise,die mir damals schon als  unangemessen erschien.
So ganz ohne meinen eigentlichen Willen versuchte ich mich in den Vordergrund zu spielen.Anders als mein ur- innerstes ,ruhiges Sein, war das sich vernachlässigt fühlende Mädchen laut und gab sich leutselig.
Es erscheint mir aus heutiger Sicht schade um die Stille zu sein,die damals schon in mir wohnte.Meine Unerfahrenheit mir selbst gegenüber,gestattete jedoch ein anderes Handeln nicht.Gelegentlich bemerke ich auch heute noch Züge des einstmaligen Verhaltensmuster an mir.Fühle ich mich zu wenig beachtet,verwandelt sich die Stille in einen übersprudelnden,alle klaren Gedanken mit sich reißenden Strom,den ich mittlerweile zu bändigen gelernt habe.
Trotzdem.Zwei Seelen wohnen ach!, in meiner Brust.

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9 Gedanken zu „Zwei Seelen wohnen ach!,in meiner Brust

  1. kaetheknobloch

    Liebe Frau Arabella, diese Zweiseelenwohnigkeit, mich deucht, die kennen viele empfindsame Menschenkinder. Einerseits genügt man sich, doch manchmal flatterflittert das Habtmichliebseelchen so ungestüm, daß es sich schier nicht bändigen lassen will. Jedoch nur wenige trauen sich, dieses zuzugeben. Ich beuge meinen Nacken vor Ihrer Offenheit und bekenne, zwei Seelen, ach!, auch in meiner Brust. Und füge hinzu, ich habe sie beide lieb.
    Schönstabendgrüße, die Ihre Frau Knobloch, hernnbiegehörend.

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Meine liebe Frau Knobloch,es dauerte eine Weile bevor ich’s eingestand.Als ich es tat,zog Ruhe ein.Daraus Kraft schöpfend, bin ich tätig für Andere und mich selbst.Dankesehr für Ihre guten Worte und die Zeit ,die Sie sich nahmen.Herrn Biege zu hören,ist ,so finde ich, ein Gewinn.Haben Sie einen schönen Abend.Und immer lieber sage ich:Ganz die Ihre.Arabella

      Antwort

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