Tee

Die Blätter einer Pflanze aus der Gattung der Kamelien und heißes Wasser .
Fertig ist eins der beliebtesten Getränke der Welt – Tee.
Eine Tasse golden leuchtender Tee am Morgen und ich kann doch schon sprechen.

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Zum Frühstück gibt es bei mir seit langer Zeit einen leichten, eleganten, blumigen und goldfarbenen Darjeeling first Flush.
Der erste Schluck schon löst ein Gefühl des Wohlbehagens aus. Vielen Teetrinkern geht es so.
Eine Tasse Tee am Nachmittag, auch jetzt bleibe ich bei Darjeeling, aber second Flush oder eine einfache Herbstpflückung, also würziger, und die Anspannung des Tages lässt nach.

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Vor etwa 4700 Jahren sollen wilde Teeblätter in einen Topf mit kochendem Wasser geweht worden sein.
Der Besitzer des Topfes war Kaiser Shen Nung und ihn erfrischte das duftende Getränk nicht nur, es erfreute ihn und besänftigte sein Herz.
China, Japan und Indien sind die ursprünglichen Teeländer; Sri Lanka, Afrika, Taiwan kamen hinzu.
Die Teesorten der verschiedenen Länder stehen auch für verschiedene Geschmacksrichtungen.
Aus Indien kommt mein geliebter Darjeeling. Zart und fein ist er im Geschmack.
Das Land bietet auch Stärkeres.
Vitalität verspricht der kräftige Assam Tee.
China bietet nicht nur feinste Aromen, sondern auch klangvolle Namen, wie z.B. „Dragon Well“.
Japan steht mit seiner langen Tee kultur für eleganten, grünen Tee und einen gediegenen Earl Grey.
Im 17. Jahrhundert kam der Tee durch portugiesische und holländische Händler nach Europa.
Sein Siegeszug begann, als die portugiesische Prinzessin Catharina von Braganza 1692 den englischen König Charles II. heiratete und mit ihrer Mitgift auch eine Kiste Tee mitbrachte.
Die Teetrinkernation Großbritannien war geboren.
Handelsschiffe brachten die leichte Fracht nun aus den fernen Ländern und  zum Beschweren der Teeschiffe dienten Kisten voller Porzellan. Daraus zu trinken versprach gleichzeitig auch höchsten Teegenuß. Ist es doch geschmacksneutral und speichert die Wärme gut.

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Feuerfestes Glas bietet heute eine gute Alternative dazu.
In Japan mit seiner Zeremonie des Teetrinkens benutzt man Kannen aus unglasierten Ton, die im Laufe der Jahre das feine Teearoma annehmen.
Geerntet werden die beiden jüngsten Blätter und die Blattknospe.
Je jünger die Blätter, desto besser der Tee.
First Flush Tee besteht aus der ersten Ernte der Vegetationsperiode. Wächst er dazu noch in großen Höhen und dadurch langsamer, entwickeln sich beste Aromen.Wie bei großen Weinhäusern gibt es auch hier alteingesessene Teeplantagen.
Verschieden wie die Anbauländer sind auch die Teesorten.
Für schwarzen Tee werden die Blätter gewelkt und in Rollmaschinen dann die Blattzellen aufgebrochen damit der Fermentierungs- und Oxidationsprozess stattfinden kann.
Zum Haltbarmachen werden die Blätter  getrocknet.
Grüner Tee wird nicht fermentiert, nur geröstet und enthält deshalb mehr Vitamine und Bioaktivstoffe.
Mit Oolongtee gibt es eine Mittellösung zwischen Schwarz – und Grüntee.Er ist teilweise fermentiert, frisch wie grüner Tee, aber mit dem reifen Aroma des Schwarztees.
Weißer Tee nun ist ein kostbare chinesische Spezialität. Dafür werden die jungen Triebe direkt an den Blattknospen gepflückt und getrocknet. Er ist hell und besonders fein.
Schwarzer und Oolongtee wird mit frisch aufgekochtem Wasser aufgebrüht.
Nur noch 70 – 80 Grad sollte das  Wasser haben, wenn grüner oder weißer Tee zubereitet wird.
Die Ziehzeit entscheidet über den Geschmack und der ist bekanntlich unterschiedlich.
So ist es auch mit Zugaben zum Tee.
Milch, Sahne, Zitronensaft, Marmelade, Zucker,  Kandis oder Rum, die Auswahl ist groß.
Auch zu jedem Gericht gibt es einen passenden Tee.
Mein Favorit ist der klassische englische 5 – Uhr – Tee, am Liebsten mag ich den Tee ohne alles aber ein Scones mit Sahne und Erdbeermarmelade dazu. Ein einfacher deutscher Windbeutel macht mich genauso glücklich und ist leichter zu bekommen.Leider darf so nur gelegentlich geschwelgt werden.
Die Zähne weiß ich durch den Tee selbst geschützt und das Herz auch.
Berührt wird das Herz vom Tee trotzdem, wie Heinrich Heine beschreibt.

Teetisch

Sie saßen und tranken am Teetisch,
und sprachen von Liebe viel.
Die Herren waren ästhetisch,
die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß sein platonisch,
der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
und dennoch seufzte sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit;
die Liebe sei nicht zu roh,
sie schadet sonst der Gesundheit,
das Fräulein lispelt: Wieso?

Die Gräfin spricht wehmütig:
Die Liebe ist eine Passion!
Und repräsentieret gütig
die Tasse Tee dem Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen,
mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
von deiner Liebe erzählt.

Nicht umsonst sagt ein englisches Sprichwort.
Eine Tasse Tee und die Welt kommt wieder in Ordnung.

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36 Gedanken zu „Tee

  1. Toettchen

    Über die Teeschale und über Schalen

    Die Farbe einer Schale hat den Zweck, das merkwürdige Grün des japanischen Tees besser zur Geltung kommen zu lassen. Und auch für die Form gelten Gesetze, die alle von Rikuyu bestimmt wurde: Wie sich die Schale in der Hand anfühlt, Gleichgewicht, was man empfindet, wenn man sie an die Lippen setzt und natürlich die Temperatur. Der Tee darf sich durch die Schale hindurch nicht zu heiß oder zu kalt anfühlen, genau so, wie man ihn trinken will.

    Ein Auszug aus meinem Blog http://toettchen.eu/?p=6138

    Liebe Grüße
    Toettchen

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Guten Morgen lieber Herr Toettchen, heute Nachmittag, bei einer Tasse Tee, lese ich Ihren Artikel. Ich schnurre jetzt schon vor Wohlbehagen. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.Ihre Arabella

      Antwort
  2. AnDi

    Guten Morgen Arabella!

    Wieder einmal ein hochinteressanter Artikel, den Du da geschrieben hast. Vielen Dank dafür!

    Wir wünschen Dir einen tollen Tag. 🙂

    LG
    AnDi

    Antwort
  3. Myriade

    Danke für die Teegeschichten. Interessant! Das erste Foto mit dem Goldtee schaut sehr verlockend aus. Ich muss mir auch ein paar gläserne Tassen zulegen. „Häferl“ heißen die in Wien. Nicht nur die gläsernen, alle 🙂 Einen entspannten Tag wünsche ich ❤

    Antwort
  4. keinbisschenleise

    Ein toller und sehr interessanter Eintrag liebe Arabella und wunderschöne Fotos dazu.

    Ich liebe Tee auch sehr und ganz besonders zur kälteren Jahreszeit ist er nicht mehr weg zu denken.

    Da bei uns z.Zt. die Donau-Landes- Gartenschau ist, habe ich mich auch mal wieder an einem Stand, mit den heimischen *Wohlfühl-Teemischungen eingedeckt. Eine schmeckt mir besonders gut und als es noch Sommer war (Ironiemodus aus), habe ich ihn auch eisgekühlt genossen.
    Hagebutte,Melisse,Hibiskus, Apfelstücke,Minze,Ringelblume und Lemongras enthält sie.

    Nun wünsche ich dir ein schönes und sonniges Wochenende
    und lass einen lieben Gruß hier

    Uschi

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Ich freue mich sehr, dass es dir gefällt.
      Diese Mischung klingt ja wirklich nach Sommer pur, aber Hagebutte bitte geht auch im Frühherbst.;-)
      Wir wollen Morgen früh in die Pilze, darauf freue ich mich sehr.
      Du hast bestimmt ein schönes Wochenende geplant mit deinen Lieben und dabei wünsche ich dir viel Freude.
      Liebe Grüße

      Antwort
      1. keinbisschenleise

        Oh da wünsche ich euch viele Pilze, die nur auf EUCH warten 😉
        Da mein kleiner Enkel zur Zeit in Italien bei den Großeltern Urlaub macht, werde auch ich mit meiner Freundin mal den zweiten Versuch starten und auf Pilzjagd gehen. Bin gespannt, ob wir dieses mal mehr Glück haben.

  5. marliesgierls

    Ohne Tee geht bei mir nichts, seit einiger Zeit habe ich mich auf Grüntees spezialisiert, die auch sehr unterschiedlich sein können, ein grüner Darjeeling ist am Nachmittag sehr schön, danach gibt es allerdings nur noch Kräutertees, da ich sonst nicht schlafen kann. Aber eine Tasse Tee, da macht schon der Anblick Freude.- lg Marlies

    Antwort
  6. anudasa

    Liebe Arabella, eine wirklich schöne Abhandlung über den Tee.

    Ich bevorzuge den schwarzen mit Milch, vor allem um meinen müden Kreislauf in Schwung zu bringen, wenn irgendwelche anstrengenden Aufgaben, wie Wohnungsputz, anstehen.
    Den grünen sollte man meiden, habe ich erfahren, wenn man bestimmte Medikamente nimmt. Schade, denn er schmeckt mir auch sehr gut.

    Viele liebe Grüße von Froschi und Anudasa 🙂 🙂 🙂

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Und, nimmst du erst die Milch und dann den Tee oder umgekehrt?
      Eine Frage, die bei manchen Streit auslösen könnte.
      Aber nicht bei uns.
      Guten Tag, Ihr beiden Lieben.:-D

      Antwort
      1. anudasa

        Ich gebe einen Schluck kühlschrankkalte Milch in den fertig gezogenen Tee. Er hat dann auch gleich die richtige Trinktemperatur.
        Dir auch einen guten Tag 🙂
        P.S.: Was Tee angeht gehöre ich zur Gattung der Beutelratten 😉

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