Das kalte Herz oder Die Geschichte vom Holzmeiler in meinem Garten

Peter Munk in Hauff’s Märchen „Das kalte Herz“ ist Köhler.
Er sinnt reich zu werden,  seiner Hände Arbeit und der Lohn der Zufriedenheit sind ihm nicht genug.
Um an Geld und damit Reichtum zu gelangen, verkauft er sein Herz und verliert dabei, was Leben auszeichnet. Liebe,  Zufriedenheit und Frieden mit sich selbst.
Sein Weg zurück zu den einfachen Dingen ist schwer, dass er ihm gelingt, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass es sich bei der Erzählung um ein Märchen handelt.
Das weiß jedes Kind.(Hoffe ich.)
Wie ich darauf komme, fragst du dich?
Um Holzkohle zu gewinnen, muss der Köhler einen Holzmeiler errichten.
Und damit bin ich beim Thema.
Als der Gärtnergatte mir von seinem Vorhaben, selbiges zu tun, berichtete, fiel mir sofort das Märchen ein.
Beruhigend für mich dabei zu wissen, dass der Gärtnergatte niemals sein Herz für Gold verkaufen würde.
Dafür legen ich meine Hand ins Holzkohlefeuer.
Wir wollen keine Köhler werden, ein Teil unserer Feuerung wird aber vom mit Holz beheiztem Kamin übernommen, dieser speist dann überschüssige Wärme in die Heizung ein und so wird das gesamte Haus beheizt, während wir gemütlich am Kamin sitzen und Märchen lesen.
So weit, so gut.
Dafür brauchen wir Feuerholz in großen Mengen und dieses muss getrocknet und gelagert werden.
Das Holz holt der Gärtnergatte in Form von Baumstämmen aus dem Wald,zerkleinert es und stapelt die Scheite in Regalen dekorativ in unserem Garten.Die Regale sind voll.
Die Trocknungszeit bis zur Verwertung muss eingeplant werden und nun ging es daran raumsparend Lagermöglichkeit zu schaffen.

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Hinter der grünenden Birke liegt jede Menge gehackter Birke.Auf meinem Waldspaziergang bin ich am Stumpf des morschen Baumes vorbei gekommen, der nun seinem funkenden Ende entgegen trocknet. Davon habe ich erzählt.

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Hier liegt er nun.
Ein Glück, dass wir beide gern die Dinge selbst in die Hand nehmen. Arbeit steckt eine ganze Menge dahinter, genauso viel Freude daran ebenso.
Zuerst braucht der Meiler eine wasserundurchlässige Unterlage.
Aus einem Stück Abdeckplane schneidet mein pfiffiger Gärtnergatte den dafür benötigten Kreis zu.

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Die untersten Stücke werden im Verlauf des Kreises gestapelt und dann wird der Rand Stück für Stück hochgezogen.

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Der verbleibende Hohlraum wird gleichzeitig mit befüllt, um ein Einstürzen nach innen zu verhindern.

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Hier ist der Aufbau gut zu erkennen.
Scheit um Scheit ordnet sich ein.
Mir gefällt der entstehende Meiler sehr.
Ein neues, nützliches Stück Gartendekoration ist im Entstehen.

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Ein richtiger stabiler Turm- bzw. Meileransatz ist entstanden.
Das verarbeitete Holz ist aufgestapelt und wird mit einem weiteren Folienkreis abgedeckt und damit vor Nässe von oben geschützt.Gut belüftet zum Trocknen ist das Holz durch die Stapelung an sich.

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Der Anfang ist gemacht.
Am Wachsen des Meilers zweifle ich keinen Moment, Holzvorrat dafür ist in ausreichender Menge vorhanden.

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Für heute ist Feierabend.
Jetzt brauche ich den Gärtnergatten mit dem heißen Herzen bei mir am Kamin.
Vielleicht lesen wir ja in Hauff’s Märchen.
Vielleicht.

Möchtest du deine Erinnerungen auffrischen?
Unten zu lesen ist das Märchen „Das kalte Herz“ .

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25 Gedanken zu „Das kalte Herz oder Die Geschichte vom Holzmeiler in meinem Garten

  1. S. Meerbothe

    Guten Morgen,

    In der Tat, sehr dekorativ. Du könntest noch eine Holzplatte auflegen, dann hättest Du einen trefflichen Stehtisch, für die nächste Gartenparty:-)

    Liebe Grüße
    Silvia

    Antwort
  2. Herr Ärmel

    Ich habe zur Zeit keinen Garten…
    Aber wir haben immer auf die Rhythmen der Natur geachtet. Wann ist Pflanzzeit, wann die beste Erntezeit (meine AprikosenErdbeerHimbeerKonfitüren sind nie dunkel geworden im Lauf der Zeit).
    Als ich zum ersten Mal eine Birke fast „verbluten“ sah, weil Kinder beim Baumhausbauen einen starken Ast abgeborchen hatten, habe ich verstanden, warum man auch bei Bäumefällen auf solche Rhythmen achten sollte. Man merkts, wenn man aus dem Holz etwas bauen möchte und natürlich beim Verbrennen des Holzes.
    Ich denke jedoch, dass der Gärtnergatte dies alles ohnehin viel besser weiss als ich mit meinen bescheidenen Gartenkenntnissen.
    Blauhimmlischmorgenfrischenachfrühstücksgrüsse vom Schwarzen Berg

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Lieber Herr Ärmel, Sie wissen eigentlich alles.
      Ja, selbstverständlich richten wir uns nach dem Rhythmus der Natur, die Bäume, die wir nutzen, sind vom Förster ausgewählt und krank, oder wir beräumen Windbruch.
      So wird der Wald gehegt und uns tut es Gutes.
      Liebe Grüße, Ihre Arabella

      Antwort
  3. Lis

    …jetzt müsst Ihr vor dem Winter keine Angst mehr haben 🙂 .
    Ist aber mit viel Arbeit verbunden.
    Schönen Tag und lieben Gruß auch an den Meister des Holzes 🙂
    Herzlich Lis

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Du hast unheimlich Recht. Der Gärtnergatte ist kein Wintermensch und hatte oft schlechte Laune. Seit wir 2011 umgebaut und den Kamin haben, nicht mehr. Wir freuen uns auf’s feuern.
      Die Arbeit im Wald ist anstrengend, aber befriedigend. Der Wissende ist eine große Hilfe und hat Freude daran.
      Liebe Grüße zu dir.

      Antwort
  4. Karin

    Guten Morgen -:))) mein Auge strahlt, weil ich an die vielen kleinen Lebewesen denke, die darin vorübergehend ihr Domizil finden, Ihr habt zwar sonst auch genug Platz für sie, das ist aber ein Insektenhotel der Luxusklasse bis es sich in Feuer und Luft auflöst!
    Kleine Anmerkung: vielleicht könnte ja der Gärtnergatte einen runden Holzdeckel zimmern mit dem Plastik untendrunter? -:)))…zwegen der Optik…..
    Der arme Mann wird Dir bald die Blogarbeit verbieten, jetzt kommt zu seiner Frau auch noch eine andere mit Wünschen -:))) Schöne Bauernhortensien hat er für Dich (und sich) ausgesucht, in spätestens zwei Jahren werden sie sich zu prächtigen Büschen entwickelt haben.
    Ich genieße es, bei Euch als Zuschauer mit dabei zu sein, wäre ich vor Ort, würde ich sogar helfen, es ist ein kleiner Ersatz für den nicht mehr vorhandenen früheren Garten.
    Sonnige Grüße vom Dach
    Karin

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Liebe Karin, niemals würde der Gärtnergatte mir die Freuden des Bloggens nehmen, nie hätte ich dich und die anderen sonst getroffen, er weiß, was ihr mir seid.
      Der Meiler ist noch nicht fertig, eine Abdeckung geplant, deine Idee ist, wie immer, super.
      Ja, ein Insektenhotel ist es auch, ein kleines haben wir au h noch für die Schaukelinhaberin zum Lernen,ein Bild davon wartet schon eine Weile, bald darf es hierher.
      Die Hortensien sind mir eine große Freude, wir suchen gerade nach dem für sie passenden Ort.
      Ich geniesse deine klugen Kommentare sehr, schön dass du da bist.
      Herzlichst,deine Arabella

      Antwort
  5. kaetheknobloch

    Was Sie Meiler nennen, kenne ich als Scheitelfeihe. Meiler hieß bei uns der Ofen, in dem das Holz zur Kohle verschwelte. Mama Löwenherz und der Famosbruder haben derzeit fünf übermannsgroße Scheitelfeihen beim Gehöft an der Biegung des Flußes errichtet. Bei jedem Besuch, ist es Tradition, gemeinsam weiter zu stapeln, auf daß den eisigen Winterostwinden im Kaminzimmer getrotzt werden kann. Birkenblattraschelige Grüße, Ihre Käthe.

    Antwort
  6. einfachtilda

    Toll erklärt und bildlich festgehalten.
    Meiner ist keine Gärtner 😦 aber er kann andere Dinge und so sind wir eben alle verschieden, was ja auch gut ist 🙂

    LG Mathilda ❤

    Antwort
  7. keinbisschenleise

    Mir ging eben auch gleich das Herz auf beim Lesen deines Blogs liebe Arabella
    und ich liebe ja sowieso die Wärme von Holz im Kamin besonders.

    Toll hast du es beschrieben und die schönen Fotos dazu, traumhaft ❤

    Die Arbeit lohnt sich auf alle Fälle und wird dann im Winter richtig belohnt.

    Ja ja, der Munk Peter und das Kalte Herz ist mir noch gut in Erinnerung 😉

    Ganz liebe und heute auch herrlich sonnige Grüsse

    Uschi

    Antwort
  8. martinakunze

    Deine Weltt ist ein Geschenk für diese Welt.
    Genial, Holz so weit das Auge reicht, ein Göttergatte mit kreativen Ideen und du verpackst all jenes in bezaubernde Geschichten. Was sagt die kastanienbraunaugige Schaukelbesitzerin dazu, Hildegard vkn Sachsen?
    Und gjbt es noch ein paar Bäume in der Umgebung oder liegt der Wald jetzt iim Garten? Herzeliges.

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Jawoll, es gibt noch Bäume.;-)
      Und die Schaukelinhaberin hat wirklich kastanienbraune Augen, noch ist ihr das Holz egal, zum Kamin sagt sie „heiß“:-D .
      Sie ist ein freiheitsliebendes Kind und am Liebsten im Freien.
      Ich bin in meiner Welt und mit ihr auch sehr glücklich.

      Antwort
      1. martinakunze

        „heiß“ , hahahahahahahahaha:) 🙂
        Zauberhaft..

        Wie schön , dass die Schaukelinhaberin frei in eurem Garten der Liebe aufwachsen kann.
        Sie hat die besten Voraussetzungen für eine Karriere als Waldhütern: kastanienbraune Augen (wow!), Inhaberin einer (Holz?)-Schaukel, Respekt vor einem mit Holz befeuerten „Heiß“

        Ich sah gestern einer kleinen Zaubermaus zu.
        Der wagemutige Sprung von der zweiten Stufe, dann von der dritten Stufe, und noch einmal von der zweiten und erneut von der dritten und noch einmal von der zweiten und ja, die dritte sollte es auch noch einmal sein, die zweite und wieder die dritte und die dritte und die zweite und das Lachen und die Freude dabei – herrlich, wenn man die kleinen Sterne einfach sein lässt. Wir können von ihnen lernen:
        1. Uns an den kleinen Dingen freuen
        2. Im Moment sein.
        3. Lachen
        4. Freude fühlen

        Dein Glück im Garten und mit ihr spürt man.
        Liebe in seiner schönsten Form.

        Sende dir eine liebes Lächeln. Danke.

      2. arabella50 Autor

        Liebe Martina, sich mit dir an kleinen Dingen zu freuen, lässt mich im Moment leben. Es ist eine Freude, deine Nachrichten zu lesen und ich habe immer ein Lächeln, wenn ich an dich denke.
        Danke

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