Archiv für den Monat Oktober 2014

The road not taken

Ein Gedicht als Geschenk von der liebenswerten Martina, besser kann die Arbeitswoche nicht enden.
Herzlichen Dank und geteilte Freude ist doppelte Freude und deswegen Teile ich diesen Beitrag mit euch.

martinakunzemexicoprojekt

blumen malen2

Heute male ich in Gelb für Arabella. Es ist  ihre Lieblingsfarbe.

Heute trage ich das Lächeln, das mir Arabella gestern geschenkt hat.

Die liebe Blumenrettungs-Aktion dieser wundervollen Menschin  – alles wegen aufkommenden Frostes –  führte mich geradewegs  in meinem Denken zu einem Gedicht von Robert Frost.  „The road not taken“ ist  für mich eines der schönsten Gedichte des vierfach ausgezeichneten Pullitzer Preisträgers.

Es handelt vom Weg, den wir nicht gegangen sind.

Wege, die wir begehen. Spuren, denen wir folgen. Manchmal folgen wir den Spuren eines Freundes. Manchmal  gehen wir sie  alleine. Manchmal sind es  noch unbetretene Wege. Häufig sind es bereits abgetretene Wege.  Manchmal suchen wir Abkürzungen. Manchmal scheinen sie uns in die Irre zu führen und  erst viel später erkennen wir, dass genau diese Umwege zu uns gehörten, brachten sie uns das in unser Leben, was zu uns gehören sollte. Sie erweiterten unseren Horizont.

path of life
Manchmal lassen wir alles zurück…

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Das Parfum

Nein, nicht das bekannte Buch von Patrick Süskind.
Mein Parfum.
Ein Duft ist eine Idee, ein mit den Augen nicht zu fassender, trotzdem vorhandener, wahr gewordener Traum.
Das Bindeglied zwischen Himmel und Erde.
An dem Nachmittag im Garten, als ich meine Blumenkästen für den Herbst dekorierte, sann ich über einen Duft nach, der mich in den kommenden kühlen, dunkleren Monaten begleiten könnte und mich mit der Erinnerung an herbstliche Gartentage umhüllt.
Düfte vermitteln mir Geborgenheit.
Die meisten von ihnen spielte ich im Kopf durch, bevor sie in meinen Besitz kamen.
Die Inhaltsstoffe kennend, lasse ich mich erst danach auf einen Geruchstest in der Parfumerie ein.
Ist das nicht möglich,  wäge ich ab, wie gut der Duft zu mir passen könnte und versuche erstmalige Bestellungen mit kleineren Mengen. Ein Nachbestellen bei Gefallen ist leicht. Nie bin ich so bisher enttäuscht gewesen.
Dabei orientiere ich mich gern an Aromen, die auch in meinem Garten zu finden sind und die dann um edle Zutaten ergänzt werden.
Was käme meinen Wünschen also näher, als ein Duft, der ebenfalls in einem Garten kreiert wurde.
1987 schufen Hubert und Isabelle d’Ornano – die Gründer der Marke Sisley – aus einem Nachmittag im Garten heraus Eau Du Soir.
Dieses Parfum könnte es treffen, dachte ich.
Mein lieber Gärtnergatte,  ein aufmerksamer Mann und Leser meines Blogs, nahm meinen Wunsch auf und schenkte mir den Duft.

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Der Karton in Schwarz und Gold gefällt mir, er wirkt edel.
Beim Öffnen des Deckels fällt dezent das Wappen der Hersteller ins Auge und ein leichter Hauch steigert meine Vorfreude.
Der Flakon liegt gut in der Hand. Die Skulptur eines Frauenkopfes als Verschluss unterstreicht das Besondere.
Zusätzlich zu diesem schönen Flakon, gibt es jedes Jahr eine kleine, limitierte Edition mit besonderer Gestaltung.
Es besteht Suchtgefahr.

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Mein Hautkontakt mit dem Parfum ist Liebe auf den ersten Blick.
Ich bin hingerissen von dem rauchigen, dunklen Duft und fühle mich in einen nebligen Garten versetzt,  der alle Gerüche des Lebens freigibt.
Ein Duft ohne Iris kommt für mich nur in Ausnahmen in Frage und so ist diese Schönheit natürlich in Eau Du Soir enthalten. Zart nach Veilchen duftet Iris,  das Duftöl wird aus ihrer Wurzel (Veilchenwurz) gewonnen.
Der herbe erste Eindruck kommt vom Eichenmoos – welches dafür sorgt, dass ich nach Stunden den Duft noch wahrnehme –  bleibt aber elegant und verliert nie seine Weiblichkeit, wirkt geheimnisvoll, aber nicht kühl.
Nach einer Weile kommt auf meiner Haut ganz leicht die Mandarine durch, sanft schwingt dahinter Grapefruit nach.
Ich bin begeistert und könnte immer wieder an mir riechen.
Dieser Duft ist nichts für verspielte Frauen.
Ohne schwer oder süß zu sein, verleiht er seiner Trägerin herbe Eleganz.
Wie fast alle meine Parfume ist Eau Du Soir ein Chypreparfum.
Diese Art von Parfum hat ihren Namen nach dem 1917 kreierten Parfum Chypre von Francois Coty, der es wiederum nach der Insel Zypern benannte, da die meisten der Inhaltsstoffe aus dem Mittelmeerraum kommen.
Diese Düfte tragen Zitrusöle in der Kopfnote und Rosen – bzw. Jasminöle in der Herznote.
Als Basisnote findet sich Eichenmoos oder Moschus.
Zum besseren Verständnis sei gesagt.
Die Kopfnote setzt die fruchtigen Akzente.
In der Basisnote befinden sich die Bestandteile die am Längsten auf der Haut verweilen.
Dazwischen liegt die Herznote, die beide elegant verbinden soll.
Eau Du Soir trägt Mandarine und Grapefruite in der Kopfnote,  trotzdem ich sie erst nach einer Weile und auch nur schwach wahrnehme.
Die Herznote hat mich sofort berauscht.
Da ist Eichenmoos, das erdig und intensiv ist und gestützt wird von Wacholder. Duftpaare folgen .
Zart ist in diesem herbstlichen Duft Flieder und Jasmin,  sie bringen Frische und unterstreichen das Feminine.
Maiglöckchen und Iris sind da und die Iris strahlt und harmonisiert sofort.
Rose und Ylang-Ylang geben dem Duft Sinnlichkeit und Entspannung gleichzeitig.
Labdanum,  das Harz der Zistrosen, sorgt lieblich nach Honig duftend für langen Halt.
Für mich runden Gewürznelke und Pfeffer diesen Duft vollendet ab.
Die Basisnote bilden Ambra und Moschus.
Ambra macht den Duft wieder erdig, warm, holzig und führt tief in den Garten und in den Duft hinein.
Moschus harmonisiert und belebt.
Dieser Duft gleitet nie ab und ist keinesfalls nur für den Abend geeignet.
Das Rauchige, Neblige bleibt mit herber, eleganter Linie erhalten und verliert dabei nie seine Weiblichkeit.
Kein alltäglicher Duft, sondern einer mit starkem Charakter,  den auch seine Trägerin haben sollte.
Er gibt mir mit seiner rauchigen Eleganz die Geborgenheit des herbstlichen Gartens und erinnert an ihn.
Noch nie hat ein Duft auf Anhieb so gut zu mir gepasst.
Zu jungen Frauen passt das Parfum eher weniger,

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ich brauchte 50 Jahre bis ihn mir meine große Liebe schenkte und damit eine neue Liebe weckte.

Das Letzte vom Tag

So gewiss der Vater seinen einzigen Sohn in seiner Natur gebiert, so gewiss gebiert er ihn in das Innerste des Geistes, und das ist die innere Welt. Hier ist Gottes Grund mein Grund und mein Grund Gottes Grund.
Hier lebe ich aus meinem Eigenen, wie Gott aus seinem Eigenen lebt. Wer in diesen Grund jemals auch nur einen Augenblick geschaut hat, dem sind 1000 Mark rote Goldmünzen wie ein falscher Heller. Aus diesem innersten Grunde sollst du alle deine Werke wirken ohne Warum und Wozu.

Meister Eckhart

Noch mehr Märchen…La Cenerentola (Aschenputtel)

…diesmal nicht als „Beilage“ zu einem Rezept sondern als Oper.

„La Cenerentola“
von Gioacchino Rossini mit einem Libretto von Jacopo Ferretti wurde am 25.1.1817 in Rom uraufgeführt.

„Le Cenerentola ossia La bontà in trionfo“  („Aschenputtel oder auch der Triumph des Guten“) ist der vollständige Name der Opera buffa ( Komische Oper) in 2 Akten.
Ein musikalischer Genuß für die ganze Familie.
Leicht abgewandelt vom Märchen wird hier die alles verzeihende Güte in den Vordergrund gestellt.
Wie im Märchen steht Angelina (Aschenputtel oder Cenerentola),  Mezzosopran,  im Schatten ihrer beiden Schwestern und dient diesen als Magd.
Der dem Alkohol nicht abgeneigte Vater, Don Magnifico, Bass,  versucht durch Verheiratung der Töchter Clorinda, Sopran, und Tisbe, Mezzosopran,  seinen leeren Geldbeutel zu füllen.
Dem gegenüber steht der sich auf Brautschau befindliche Landesfürst Don Ramiro,  Tenor, der mit seinem Diener Dandini,  Bass, die Rollen tauscht, um eine ihn um seiner selbst willen liebende Braut zu finden, die verschiedene Prüfungen bestehen muss, anstatt Wünsche frei zu haben.
Fehlt noch Alidoro,  Bass, Philosoph und Lehrer des Fürsten, um den Kreis der handelnden Personen zu schließen.
Das Spiel kann beginnen und das tut es, die im Lauf der Handlung sich steigernden Koloraturen Angelinas zeigen deren sozialen Aufstieg auf musikalische Weise meisterlich an.
Anders als im Märchen ist hier ein Armreif anstatt des Schuh’s das Erkennungszeichen.
Dem vermeintlichen Diener gibt Angelina als Zeichen ihrer Liebe einen ihrer zwei identischen Armreifen und so kann der verkleidete Fürst am Ende die rechte Braut nach einer Wagenpanne im Hause ihres Vaters wiederfinden.
Das Finale der Oper bilden die Arien von Angelina
„Nacqui all‘ affanno“ übergehend in „Non piú mesta“.

Lena Belkina ist die schöne, gütige Angelina im unten folgenden Link, der das Finale der Oper zeigt.
Unbedingt zu hören.