Das Märchen vom guten Kartoffelkönig oder schnelle Kartoffelsuppe

Das Märchen vom guten Kartoffelkönig hat, wie so viele Märchen, einen wahren Kern.
Wer es nicht kennt,  über dem Artikel findet sich ein Link zum Märchen.
In dieser Geschichte macht die ausgerissene dicke Kartoffel letztendlich zwei hungrige Kinder satt.
Das war auch der Zweck ihrer Einführung in die Landwirtschaft,  die nach den Kriegen ausgehungerten Menschen mussten gesättigt werden.
Der Alte Fritz setzte letztendlich den Kartoffelanbau durch und dürfte dem Kartoffelkönig im Märchen Pate gestanden haben.
Bis dahin hat die Kartoffel aber eine lange Reise vor sich.
1550 kamen die Ersten mit Seefahrern über die Anden nach Europa.
Mitte des 16.Jahrhunderts waren sie in den Niederlanden,  Italien und Burgund bekannt – als seltene Zierpflanzen in botanischen Gärten.
Nur in Irland wurden sie schon früh zur Ernährung der Bevölkerung eingesetzt.
In Deutschland ließ Ferdinand III. Kartoffeln 1647 in Oberfranken anbauen, zuerst in Pilgramsreuth, dem heutigen Rehau.
Der Anbau im großen Stil erfolgte in Sachsen ab 1716, in Preußen ab 1738.
1747 begann der Kartoffelanbau bei Braunlage, 1751 verweigerten die Bauern den Anbau. 1756 wurde der Anbau der Erdtuffel vom Alten Fritz vorgeschrieben.
Die Weigerung der Bauern hängt mit der Unkenntnis der Verwertung des Nahrungsmittels zusammen. Nicht umsonst heißt es: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“
Schwierig war es, den Bauern klar zu machen, dass nicht das über der Erde wachsende Kraut gegessen werden sollte, sondern die in der Erde befindlichen Knollen. Und auch Zubereitungsarten mussten noch erfunden werden.
Als der Alte Fritz die Kartoffelfelder in einer List von Soldaten bewachen ließ,  war das Interesse der Bauern geweckt, was bewacht wurde, musste wertvoll sein.
Und so begann der Siegeszug der Kartoffeln.
Mir ist sie in jedem Gericht ein Genuß.
Ich bin Fan, seit ich denken kann. Mein Lieblingsgericht als Kleinkind war Kartoffelbrei mit Leberwurst sagt meine Frau Mutter. Und so gibt es bei mir häufig Kartoffelgerichte.
Im späten Herbst und im Winter wärmt eine gute Suppe Herz und Magen zugleich.
Nicht immer lässt der Alltag große Kochfeste zu, manchmal muss es schnell gehen.
Dafür ist meine Kartoffelsuppe wunderbar geeignet, in 30 Minuten ist sie zubereitet und schmeckt gut.

image

Außer Kartoffeln brauche ich dafür nicht viel, diese sollten aber von ausgezeichneter Qualität sein. Meine kommen direkt vom Bauernhof und sind, wie es sich für eine gute Kartoffel gehört, ungewaschen.  Dies ist zugleich ein Zeichen dafür, dass sie nach der Ernte nicht chemisch behandelt wurden.
Für meine schnelle Kartoffelsuppe brauche ich:
ca 1 kg bester, mehlig kochender Kartoffen,
1 Liter Wasser,
1/4 Liter Milch,
1 Becher saure Sahne,
1 Eßlöffel fertige Instant- Hühnerbrühe
Salz, Pfeffer, Thymian, Butter
Die Kartoffeln habe ich geschält, die Schalen nimmt die Schaukelinhaberin ihren Hasen mit, und in Stücke geschnitten.
Dabei fällt mir ein, zu DDR – Zeiten sammelten wir alle Küchenabfälle in einem großen Holztrog der 1 x wöchentlich vom Bauern als Tierfutter abgeholt wurde. Diese schöne und nützliche Sache ist ausgestorben, wie bedauerlich. Zurück zur Suppe.
In einem großen Topf zerlassen ich Butter und gebe die geschnittenen Kartoffeln hinein, leicht anbraten lassen.
Als Gewürze kommen hinzu Salz, Pfeffer und 1-2 Eßlöffel Instant-Hühnerbrühe. Selbst gemachte wäre perfekt, aber dann ist es keine schnelle Suppe mehr.

image

Das Ganze wird nun mit 1 Liter Wasser abgelöscht und danach kommt die Milch und die saure Sahne dazu.

image

Da die Stücke klein geschnitten sind, reicht eine Garzeit von 15 Minuten und die Kartoffeln sind weich.
Nun püriere ich alles cremig, schaumig zu einer glatten Suppe.

image

In die fertige Kartoffelcremesuppe kommt zart Thymian und kleine Cabanossiwürstchen.

image

Diese Suppe hat nicht viel mit deftiger, nach Majoran riechender klassischer Kartoffelsuppe mit Stückchen von Kartoffen drin gemein.
Sie ist eine zarte, wohlschmeckende,  feinere Variante, die wir sehr gern am Abend eines kühlen Tages essen.
Und, wie gesagt, in einer halben Stunde gemacht.

image

Der Herbst hat Schönes für uns, genießen wir ihn.

image

Advertisements

19 Gedanken zu „Das Märchen vom guten Kartoffelkönig oder schnelle Kartoffelsuppe

  1. Herr Hund

    Oh oh, schlechter Zeitpunkt! Fühle mich zwiespältig. Ich überlege, die Gastfreundschaft über Bord zu werfen und … , na, es sieht so lecker aus und ich hätte gerade eine…
    Von Minute zu Minute schwächer werdend, weiterhin freundlichst
    Ihr Herr Hund

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Guten Morgen mein lieber Herr Hund,
      Sie müssen doch von Minute zu Minute stärker werden.
      Gibt’s bei 100 einen Toast?
      Komme nach dem Frühstück sofort in Ihre Hütte.;-)
      Bin aber erst bei der 2. Schale Earl Grey.

      Antwort
  2. finbarsgift

    Hammer das vom alten Fritz!
    Denn bisher glaubte ich immer, er hätte zeitlebens zusammen mit Quantz Flöten geübt und mit Voltaire Philosophieren 🙂
    Bonjour liebe Arabella!
    Herzliche Grüße vom Lu

    Antwort
  3. dunkelpoet

    Man hat auch seine Leute, die einem in die Beinkleider helfen 😉

    Ich hingegen komme von der Arbeit und hab mich meiner Beinkleider erstmal entledigt. Einfach relaxen am PC, eure Worte goutieren und am Kaffee nippeln .. (oh Gott: Ein Freudscher Verbrecher). Guten Morgen allerseits.

    Antwort
  4. Toettchen

    Wie schrieb ich vor einigen Monaten im meinem Blog?
    Der liebe Gott hat die Kartoffel erschaffen, damit die Armen Leute auch jemanden haben, dem sie das Fell über die Ohren ziehen können.“
    Die Weisheit ist nicht von mir, sondern von Carl Zuckmayer.
    Als Westfale muss ich Kartoffeln haben, immerzu. Aber dieses Märchen………….. da war doch was? Ein dicker fetter Pfannkuchen? Naja, damit haben wir Westfalen es ja auch. Heißt es nicht so schön. „Was würdest Du machen, wenn Du König wärst?“ „Jeden Tag einen Pfannkuchen essen.“ Ja, gibt es etwas Schöneres?“ „Zwei Pfannkuchen!“
    Der Höhepunkt sind dann natürlich „Leineweber“: Gekochte Kartoffelscheiben in Der Pfanne im Speck gebraten und schließlich einen Pfannkuchenteig darüber.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.
    Gerd

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Mh, ich kriege Hunger.
      Bei uns in Sachsen gibt es grüne Klitscher, das sind Reibekuchen. Das wäre genauso königlich wie Ihre Leineweber. Ach, wenn ich Sie nur hätte.
      Liebe Grüße von Kartoffelfreund zu Kartoffelfreund.

      Antwort
  5. kormoranflug

    Diese Suppe ist mir vollkommen unbekannt. Es ist nicht lange her bevor die erste Kartoffel in Deutschland verspeist wurde. Davor gab es eben Getreidebrei, auch mit Milch.

    Antwort
  6. nixe

    Kartoffelsuppe hab ich noch nie gekocht, ich denke es wird Zeit – schneller kommen ich nicht an ein Rezept heran als bei dir.
    Ausdrucken und auf geht’s!
    Danke, liebe Arabella

    Antwort
  7. AnDi

    Ja, der alte Fritz war ein listiger Typ! Aber er hat alles richtig gemacht! War er dann listig oder eher doch gewieft??? Auf jeden Fall sind wir ihm sehr dankbar dafür, denn wir Du lieben wir Kartoffeln! Sie sind lecker und man kann sie so vielfältig verwenden!
    Kennst Du die Kartoffel „Bamberger Hörnchen“? Die sind in unseren Augen zum Beispiel die beste Wahl für einen Kartoffelsalat! 😀

    LG und gute Nacht
    AnDi

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Ja, kenn ich, aber nicht vom Essen her. Ein anderer, von mir sehr gemochtet Blogger schreibt Geschichten über Bamberger Hörnchen.
      Meine Kartoffeln kommen vom Bauernhof der Tagesmutti der Schaukelinhaberin, leider habe ich nicht nach dem Namen gefragt.
      Ich wünsche euch eine gute Nacht und einen sonnigen Sonntag auf dem Balkon.

      Antwort
  8. keinbisschenleise

    *boaaaaaar…
    so schnell habe ich noch NIE eine Kartoffelsuppe zubereitet, aber ich werde es mal ausprobieren :yes:

    Bei mir dauert die immer länger, als der geilste Braten 😉

    Sonntagsgrüßle Uschi ❤

    Antwort
  9. Pingback: Sachsens Bestes – Grüne Klöße oder Kartoffeln | Teil 2 Einfach(es) Leben

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s