Noblesse oblige oder Wir backen Stollen

…der britische Spielfilm aus dem Jahr 1949 basiert auf dem Buch „Israel Rank,  The Autobiography of a Criminal “ von Roy Horniman und zählt zu meinen Lieblingsfilmen.
Adel verpflichtet, unseren Backadel kann ich nachweisen, wir haben auch keine kriminellen Ambitionen,  im Gegenteil,  der Gärtnergatte ist Jurist.
Der Herr Großpapa des Gärtnergatten war Bäckermeister.
Seine originale Meisterurkunde hängt bei uns am Kamin.

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Gemeinsam mit meiner Frau Schwiegermutter, der Hüterin des geheimen Stollenrezeptes der Familie, backen wir jedes Jahr, bevor der Advent beginnt, unser liebstes Weihnachtsgebäck – Stollen.
Da es ein geheimes Rezept bleiben soll, kommt hier auch keine detalierte Rezeptbeschreibung.
Die Vorfreude auf den Advent und das Weihnachtsfest möchte ich wiedergeben.
Traditionen wie diese sind mir wichtig, deshalb versammeln sich zum Backen auch die Schaukelinhaberin mit ihrer Frau Mama.
Stollen –  natürlich ist der Sächsische der Beste.
Das Wort Stollen kommt vom althochdeutschen „stollo“ für Pfosten oder Stütze und beschreibt schon mal die Form des Kuchens aus schweren Hefeteig,  dessen weitgehende Bestandteile unten noch aufgeführt werden.
Bis in das Jahr 1329 führt die älteste schriftliche Erwähnung des Backwerkes zurück.
Der Naumburger Bischoff Heinrich I.von Grünberg erwähnt ihn im Naumburger Innungsprivileg.
Als Weihnachtsabgabe mussten zwei lange Weißbrote aus einem halben Scheffel Weizenmehl abgegeben werden.
Somit ist der Ursprung des Stollens in Sachsen bewiesen.
Wenn diese Fom auch nur eine Vorstufe des heutigen Stollen ist.
1474 taucht in Sachsen dann auch ein Christbrot auf.
1547 schreibt Herzog Moritz an seine Frau Agnes: „Ich will diesen Winter bei dir verbleiben, wir wollen miteinander birn braten, stolln essen und mit Gottes Hülfe ein gutes Müthlein haben.“
1730 ließ August der Starke einen Riesenkuchen verteilen, der dem heutigen Stollen nahe kommt.
Der berühmte Zeithainer Riesenstollen war ein 13 Ellen langer Riesenkuchen der bei einer prachtvollen Truppenschau den sächsischen Truppen den Hunger stillte.
Der Teig bestand aus 18 Scheffeln Mehl, 82 Schocken Eiern (4920 Stück),
3 Tonnen Milch,  1 Tonne Hefe und 1 Tonne Butter.
Zucker, Rosinen und Mandeln waren nicht drin, das Ausgabedatum war mit dem 26.Juni 1730 auch wenig weihnachtlich.
Allgemein wird der Stollen als Gebildbrot bezeichnet, da er mit der Hand geformt wird.
Er versinnbildlicht die weißen Windeln des neugeborenen Jesus Christus.
Bis 1913 bestand für die Weiß –  und Platzbäcker der sächsischen Residenzstadt Dresden eine Zinspflicht.
An jedem 2.Weihnachtsfeiertag mussten sie zwei Christstollen je 36 Pfund an ihren Landesherren liefern.
Eine Menge an Zutaten brauchen auch wir für unsere Weihnachtsgebäck. Genau wie Herzog Moritz wollen wir alle miteinander eine gute Zeit verbringen.
Am Vorabend des Backtages liefert meine liebe Frau Schwiegermutter die Zutaten in 2 Wäschekörben.

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Sie bleiben über Nacht im warmen Raum, für ein gutes Gelingen müssen alle Zutaten die gleiche Zimmertemperatur haben.

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Das Mehl ist gesiebt und die süßen und bitteren Mandeln wurden in Handarbeit von Großvater Werner in einer alten Mandelmühle gemahlen.

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Die Rosinen sind über Nacht in Rum eingelegt und verströmen einen Duft, der mich berauscht. Köstlich.

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Zitronat gehört unbedingt in den Stollen, sein säuerlicher Geschmack wird durch Zitronenabrieb noch intensiver.

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Fett, in vier verschieden Sorten,  Zucker und Salz müssen auch hinein.
Nun geht es zum Herzstück – dem Hefestück.
Es wird angesetzt, indem ein wenig vom Mehl weggenommen wird.
Eine Kuhle formen und hinein kommt die in lauwarmer Milch aufgelöste Hefe.

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Hier gibt es noch einen Geheimtipp, den sicher alle klugen Hefebäcker kennen.
Verraten darf ich ihn nicht, meine Frau Schwiegermutter würde mir das Fell über die Ohren ziehen – Adel verpflichtet.
Zudecken und die Hefe gehen lassen.

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Sieht das Hefestück so aus, ist schnelles Handeln wichtig.
Rasch muss das Hefestück in das restliche Mehl eingearbeitet werden.

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Zuschauer müssen brav im Raum bleiben,

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Zugluft ist völlig unerwünscht.
Von den aufsteigenden Gerüchen sind sowieso alle benebelt und schauen zu wie der Gärtnergatte mit starken Händen den Teig knetet.

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Das ist schwere Männerarbeit. Der gefestigte Teig kommt nun auf eine große Ablagefläche, damit die edlen Zutaten eingearbeitet werden können.

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Die Mandelmasse duftet wie feinstes Lübecker Marzipan und kommt in den Teig.

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Das Zitronat glänzt wie helle Smaragde

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und die Rosinen berauschen uns nun völlig.

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Zwei, drei sind in meinem Mund gelandet und ich bin in seligster Stimmung.
Mein lieber Gärtnergatte knetet den Teig und formt eine lange Rolle,

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schlägt alles wieder zusammen und hat den Teig fertig.

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8 Laibe sind geplant, 1 Ministollen für die Schaukelinhaberin und ein Stollenkuchen.
Der Teig wird abgewogen und

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dann noch einmal zum Ruhen abgedeckt.

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In der Zwischenzeit backen wir uns zum sofort essen einen Stollenkuchen,  der fertig gebackene Stollen muss vor dem Verzehr mindestens zwei Wochen durchziehen. Er ist lange haltbar, ein Dauergebäck. Früher wurde er nicht vor Heilig Abend angeschnitten und reichte dann bis Ostern.
Das schaffen wir nicht.
Bei uns gibt es den ersten Stollen zum Geburtstag des Gärtnergattens am 29.November,  der oft mit dem 1.Advent gleich fällt.
Heute wollen wir aber auch probieren und deshalb gibt es Stollenkuchen.
Dafür wird etwas vom Teig mit gekochter, abgekühlter und geriebener Kartoffel vermischt, auf ein Blech gegeben und mit Butterflocken und Zucker belegt und bestreut.

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Das Backen wärmt gleichzeitig den Backofen für den Stollen vor.
Der Kuchen ist eine köstliche Vorfreude auf den Stollen

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und schmeckt wundervoll, ist feucht und vereint die Aromen von Mandeln, Rosinen und Zitronat.
Der Teig kommt nun in handgefertigte Stollenformen, die von einem geschickten Familienmitglied hergestellt wurden. Der Boden ist mit Backpapier ausgelegt.

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Backtemperatur und Dauer sowie genaue Mengenangaben der Zutaten müsst ihr euch bitte selbst suchen, der Adel, ihr versteht.
Die Schaukelinhaberin ist ganz begeistert von ihrem kleinen Stollen und versucht die Rosinen heraus zu picken.

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Der Alkohol ist während des Backens verflogen.
Die fertigen Stollen werden mit zerlassener Butter bestrichen und mit Puderzucker bestäubt.

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Für manchen kann diese Schicht nicht hoch genug sein.
Uns genügt eine einmalig aufgetragene Decke, die guten Zutaten bieten genügend Geschmack.

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Verpackt wird der Stollen nach dem Abkühlen in spezielle Tüten aus Butterbrotpapier und dann noch in Zellophantüten, die dann wiederum in spezielle Pappkartons kommen.

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So verpackt trocknet das Weihnachtsgebäck mit den edlen Zutaten nicht aus und schmeckt um so besser, je länger er liegt.
Das ist bei uns meist nicht allzulange.
Um meine Vorfreude perfekt zu machen hat mein lieber Gärtnergatte mir noch meinen Adventsstern unters Dach gehängt.
Leuchten wird er natürlich erst am 1. Advent.
Seit heute freue ich mich wieder sehr auf diese besinnliche Zeit und auf das Fest des immer wiederkehrenden Lichtes.

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94 Gedanken zu „Noblesse oblige oder Wir backen Stollen

  1. Monika

    Fantastisch! Einfach genial finde ich die Idee mit dem Stollenkuchen. Ich backe auch alljährlich ein traditionelles Rezept, aber die Wartezeit bis zum Anschnitt fällt immer so unheimlich schwer. 🙂

    Einen schönen, gemütlichen Sonntag!

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Der Stollenkuchen ist fast alle, es gab ihn zum Nachtisch.
      Ich hatte am Freitag schon Kartoffelsuppe gemacht für ein schnelles Mittagessen und der Kuchen hat es aufgewertet. 🙂
      Hältst du dein Rezept auch geheim?;-)

      Antwort
      1. Monika

        Das mache ich auch sehr oft so. Mein Mann würde „nur“ Süßes nur sehr ungern als „richtiges“ Essen akzeptieren. Wenn ich aber vorweg ein pikantes Süppchen gekocht habe, murrt er auch nicht bei Kaiserschmarrn und Konsorten. 🙂

        Nein, liebe Arabella, das tue ich nicht. Ganz unten füge ich gleich einen Link zur Rezeptvorlage aus einem Forum ein. Ich habe seinerzeit angefangen meinen Blog zu schreiben, weil ich meine Schwiegermutter nicht mehr nach ihrem Rezept für unsere Struwen (dicke Hefepfannkuchen als urtypisch Münsterländisches Karfreitagsessen) fragen konnte und es familiär auch unter einem ganz anderen Namen lief. Ich möchte meinen Kindern das mal ersparen und auch sich durch meine chaotischen Rezeptaufzeichnungen wühlen zu müssen.

        http://www.chefkoch.de/forum/2,35,362432/Christstollen-backen-Bildanleitung.html

        .

      2. arabella50 Autor

        Das finde ich sehr lieb von dir und hoffe, alle Blogger, die nach einem genauen Rezept suchen, schauen deinen Link.
        Vielen Dank und herzliche Grüße zu dir.:-)

  2. Herr Ärmel

    Ich will auch einen Stollen. Jetzt&sofort!!!!
    Sonntäglichgrauverregnetunddennochnichttrauernde Grüsse aus dem einzigartigen Bembelland

    (Aber mein Adventbeitrag wird auch noch kommen 😉 )

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Oh über einen kleinen Ärmelstollen lässt sich reden. Die Frau Schwiegermutter backt noch mal für sich und hat mir einen kleinen Bloggerstollen genehmigt.;-)

      Antwort
      1. Herr Ärmel

        Ein kleiner Ärmelstollen – wäre das die Möglichkeit…
        Sie sehen, dass durch mein spontanes Lächeln meine
        beiden Ohren Besuch bekommen haben…
        Ein kleiner Ärmelstollen: ich kanns kaum glauben ~~~~ tirilitirila ~~~~
        Nachsaunaundpumpelsattsiestaschwere Grüsse aus dem prächtigen Bembelland

      2. Herr Ärmel

        Sie werden gerade auf dem Schwarzen Berg bewundert wegen Ihrer unvorstellbaren Stollenfabrikation… (Ich habe Ihren schönen Blog kurzerhand mal weitergereicht)
        Heuteabendwegenäpplermangelbiertrinkende Grüsse aus dem bezaubernden Bembelland

      3. arabella50 Autor

        *lach*,wie schön.
        Da wird sich mein Stollen aber beim „Reifen“ mächtig anstrengen:-D
        Kakaomitsahneglücklich Grüße aus dem Freistaat, Ihre Arabella

      4. arabella50 Autor

        Ein Teil unserer Familie lebte während der Spaltung Deutschlands in Frankfurt/Main. Es sind schon viele Stollen von uns in diese Stadt gereist, wir nehmen die alte Tradition gerne wieder auf.;-)
        Sobald die Frau Schwiegermutter gebacken hat, geht die Reise los, Ihre Buchtipps haben uns schon so viel Freude bereitet. ..
        Liebe Grüße, Ihre Arabella

    2. Herr Hund

      Hallo, Herr Ärmel! Hier kann ich Ihnen den Vortritt lassen, denn bei Stollen heißt es ja „Entweder…..Oder“ und ich bin „Oder“, so gar nicht.

      Hallo Arabella! Tut mir leid, keinen Stollen für mich bitte. Da bin ich wohl nicht mehr zu bekehren. Es hat dann auch sein Gutes. Eine kleine Naschpause und ich bin erholt, wenn es um die Weihnachtsplätzchen („KEKSE“!) wie um die Wurst geht.

      Freundlichst
      Allesamt Ihr Herr Hund

      Antwort
      1. Herr Ärmel

        Verehrter Herr Hund, ich darf Ihnen zu Ihrer Freude mitteilen, dass ich soeben in meinem Bloggerbewertungsbuch in der Spalte „Gute Taten“ Ihren Namen nebst einem dicken roten PLUS eingetragen habe.
        Man kann nie wissen, wofür Sie das vielleicht mal brauchen werden…
        Nachsaunaundpumpelsattsiestaschwere Grüsse aus dem prächtigen Bembelland.

      2. Herr Ärmel

        Ich habe eben nochmals recherchieren lassen (sonntags ist das aber auch ein Schaff mit den Lohnabhängigen aber auch – immer diese Faulheitsabsenzen…) also die Nachfrage nach Ihrem Kontostand fiel positiv aus. (Sie werden verstehen Herr, Hund, dass ich hier im öffentlichen Raum keine weiteren Angaben machen kann. Es steht Ihnen jedoch frei, jederzeit eine Termin zu vereinbaren, um Ihren aktuell exakten Kontostand zu erfragen).

        Nochimmernachsaunaundpumpelsattsiestaschwere Grüsse aus dem prächtigen Bembelland.

  3. stachelvieh

    Meine Urgroßeltern waren auch Bäcker, in Dresden. An sie habe ich keine Erinnerung. Aber an das Backen bei meiner Großmutter in meiner frühen Kindheit. Wir haben die Stollen zum Backen zu einem Bäcker gebracht. Meist waren es so um die zwanzig Stück, die wir gut verpackt auf dem Handwagen durch die Straßen transportierten. Oma backte neben den traditionellen auch Mohnstollen. Lange ist es her…

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      So war das bei uns auch üblich, die Zutaten kamen im Wäschekorb per Hand Wagen zum Bäcker, der dann knetete und buk.
      Mit den modernen Backöfen ist das Backen zu Hause ein Leichtes 🙂
      Und die viele Vorbereitung hat meine Frau Schwiegermutter alle übernommen.
      Adel verpflichtet 😉
      Liebe Grüße in einem schönen Sonntag

      Antwort
      1. stachelvieh

        Die Vorarbeit wurde in Großmutters Küche erledigt. Nur zum Backen kamen sie weg. (Auch in meiner Familie wurde das Rezept gehütet…)
        Liebe Grüße zurück!!

  4. S. Meerbothe

    Mit Ornagat und Zitronat habe ich so meine Probleme, liebe Blumenfee.
    Für mich dürfte es ein Pfund Marzipan sein 😀

    Einen schönen Sonntag, wünscht Deine Lillifee ❤

    Antwort
  5. Antje

    Wunderbar! Ich hab letzte Woche auch schon mal die Stollen gebacken, bei uns darf aber vorm 4. Advent keiner angeschnitten werden. So wars schon bei meiner Uroma im Arzgebirg! 😉 Jedenfalls VERSUCHEN wir jedes Jahr, das auszuhalten!

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Stimmt, bei uns sogar erst Heilig Abend.
      Irgendwie macht der Stollen die dunklen Abende heller und so gibt es ihn bei uns schon ab dem 1. Advent und das fällt schon schwer.
      Liebe Grüße zu dir.:-)

      Antwort
  6. magguieme

    Wunderbar! Vielen Dank für diesen familiären Einblick.
    Herrlich, wie jede:r einen ganz bestimmten Part übernimmt. Planung, kneten, fotografieren, naschen, freuen, im Raum bleiben… 😉

    Antwort
  7. marliesgierls

    Das ist eine wunderbare Gemeinschaftsarbeit, da bekomme sogar ich Appetit,obwohl ich kein Stollenesser bin. Ich wünsche Euch schöne Stunden mit dem Verspeisen der Stollen. LG Marlies

    Antwort
  8. martinakunze

    Ich bitte nicht um einen Stollen, wie so viele andere hier an dieser Stelle.
    Ich falle mit der Tür ins Haus und frage dich: Kann man in deine Familie hinein adoptiert werden?
    Gemeinsam backen mit Geheimrezepten der Schwiegermutter, einem knetenden Juristen, mit dir, du liebe berauschte Arabella und zwei weiteren Expertinnen mit Beobachterstatus.

    Mit dem Atem, den ich in mir habe, flüstere ich es dir zu: Es ist ein Geschenk, dich kennen zu dürfen. Aus vielerlei Gründen…ich sende dir eine Umarmung…du weißt schon, warum…weißt du doch…<3 <3…

    Wo habt ihr nur diese vielen Rosinen her? 8 Laibe und… Juristisch für gut befunden. Daumen hoch! lieblächlend. (Jahre lebte ich mit einem Juristen zusammen….hee.hee.) Im tiefsten Innern umtreibt sie die Kreativität…Ein Stollen-Powerprogramm, das ihr dort auf den Tisch gelegt habt. Nur zum Staunen.. Der Göttergatte gräbt also nicht nur Gärten um… Eben, Adel verpflichtet! Toll, dass ihr den Meisterbrief ausgehängt habt….<3 …
    Ich lachte herzlich über die kleine Backform. Gab es bei uns auch immer – damals….Die kleinen süßen Fingerchen,die fühlen wollen, und ihre Löckchen erst….ganz die schöne Mutter.

    Arabella, du bist reich beschenkt!!!!! Danke, für das wunderschöne Einläuten des Advents…

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Ach du Liebe du, dankeschön für deine Worte.
      Den Zugeflogenen haben wir schon adoptiert, dich gerne auch.
      Mich macht meine Familie sehr glücklich und ich bin froh, dass wir in schwierigen Zeiten niemals ganz aufgegeben haben.
      Das Leben ist auch zum Lernen da,
      was habe ich bei dir nicht alles gelernt.
      Und ja, einen kreativeren Menschen als den Gärtnergatten kenne ich kaum, er hat die wunderbare Gabe, Erdachtes auch noch mit den eigenen Händen umsetzen zu können.
      Liebe Grüße zu dir in einen friedlichen Sonntagabend.<3

      Antwort
  9. keinbisschenleise

    Oh mei liebe Arabella,

    du schaffst es aber auch immer wieder, dass ich in Erinnerungen versinke, wo ich heute sogar noch den Geruch in der Nase habe.
    Meine Mama war die letzte, die sich diese viele Arbeit mit dem Stolle backen angetan hat
    und jeder der Verwandschaft hat schon sehnsüchtig darauf gewartet, auch einen ab zu bekommen !!!

    Ich habe zwar ihr ganz geheimes Backrezept noch im Backbücherl von ihr, aber würde mir das ganz ehrlich nicht zutrauen.
    Meine Stärke liegt im Kochen, ansonsten baue ich auf der Bäckerschiene meist nur MIST 😉

    Es war toll, dir und deinen Lieben hier zu folgen
    und ich habe es mit viel Freude SEHR genossen… *D*A*N*K*E*

    und einen lieben Gruß in den Abend
    Uschi ❤

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Das Meiste hat ja die Frau Schwiegermutter gemacht, ihr ist es eine Freude, uns auch.
      Vielleicht versuchen wir es im nächsten Jahr mal ganz allein, wobei so gefällt es mir richtig gut.:-)
      Wir machen es uns jetzt gemütlich, was ich euch auch wünsche.

      Antwort
  10. Silberdistel

    Wow! Das ist einerseits von der historischen Seite her sehr informativ und interessant und hat mir sehr gefallen, andererseits ist die Dokumentation der Stollenherstellung in Eurem adeligen Haushalt ja ein Prachtwerk. Hmmm, und von Eurem Stollenkuchen hätte ich nur zu gern ein Stückchen gekostet. Der sieht verdammt lecker aus. 😀
    Du hast mir nun auch richtig Lust auf das Weihnachtsfest gemacht und natürlich schon die Vorfreude auf den Plan gebracht.
    Ganz liebe Grüße schickt Dir die Silberdistel

    Antwort
  11. Ailis

    Was ist das toll, dass ihr da alle zusammen backt, vier Generationen und jeder hat Spaß :o) Bei uns verläuft eine Stollengrenze, drei Orte weiter heißt er schon Schittchen, was ein schrecklicher Name für dieses leckere Gebäck ist. Wir machen ihn ganz anders als ihr, ohne Hefe, dafür mit Quark, da kann man sich sicher streiten, aber ich liebe ihn so. Bald geht’s auch hier los, nur noch drei Tage ohne Küche…
    Einen sonntagabendlichen Gruß mit farbbeklecksten Händen schickt Ailis

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Quarkstollen gibt es hier auch und sie sind köstlich.
      Nichts geht mir aber über einen guten, sächsischen Butterstollen. 😀
      Liebe Grüße zu dir, die Kleine freut sich schon auf Weihnachten?
      Ich erzähle der Schaukelinhaberin immer von Zwergen, dann klopft sie, wie es die Zwerge tun wenn sie kommen. Zu schön. ..:-)

      Antwort
      1. Herr Ärmel

        Génau! – guter sächsischer Butterstollen . . Kindheitserinnerungen. Ganz aus Ihrer Nähe stammte eine junge Apothekerfamilie, die hatten drei Söhne. Der Mittlere war so alt wie ich und wurde mein Spielkamerad. In dieser Familie lernte ich quasi die Gegenwelt zu meiner Familie kennen: gegenseitige Güte, Verständnis und Interesse.
        Und auch meine erste Fremdsprache lernte ich in jenen Jahren: Sächsisch. Damit komme ich heute noch immer im tiefsten Erzgebirge durch 😉

        Jetzt habe ich zu Ihrer frankfurter Geschichte noch meine sächsische zugepackt …

        Abendlichmusikundbiergeniessende Grüsse aus dem sagenhaften Bembelland und eine gute Nacht anschliessend

      2. arabella50 Autor

        Wenn sich die Welt nur so leicht einen ließe, mit einem guten Essen.

        Ich bin dabei und Ihnen höre ich besonders gerne zu.

        Dann wünsche ich einen schönen Traum und warte auf Ihre elektronische Antwort, die natürlich stengstem Datenschutz unterliegt.

        Gute Nacht, Ihre Arabella

      3. Ailis

        Meine Motte ist mit ihren 14 Monaten noch zu klein, um zu verstehen was Weihnachten ist. Aber ich glaube, die vielen Lichter in der Dunkelheit, das Glitzern und Glänzen wird sie zum Staunen bringen. Eine Weihnachtsgeschichte mit Zwergen kenne ich gar nicht, wovon erzählst Du ihr?

      4. arabella50 Autor

        Zu Weihnachten ist die Schauckelinhaberin 21 Monate. Und ein paar Monate machen in diesem Alter viel.
        Alles versteht sie auch noch nicht, guckt aber immer sehr aufmerksam.
        Ich erzähle ihr, dass die Zwerge in ihrer Werkstatt für die lieben Kinder Spielzeug basteln zum Geschenk. Und das sie durchs Fenster schauen, ob die Kinder lieb und brav sind. Das man manchmal ein Zipfelmützchen sehen kann, wenn man aufmerksam schaut und wir klopfen immer zusammen, wie es die Zwerge in der Werkstatt beim arbeiten machen und der Weihnachtsmann dann auch.
        Lauter Omi Märchen eben…,:-D 😀 😀 😀

      5. Ailis

        An die Weihnachtswerkstatt habe ich natürlich nicht gedacht! Ach, die Kleine hat Glück, dass sie so eine Geschichtenomi hat… Und die Lieder erst. Wir haben noch nie so viel gesungen wie in diesem Jahr. Ich finde es so toll, wenn Menschen zusammen singen, egal wie krumm und schief… So, jetzt hast Du die Weihnachstvorfreude in mir geweckt ;o) Tralala…

      6. arabella50 Autor

        Heute war ich selber Zwerg. Ich habe nämlich die Nikolaus Geschenke verpackt.
        Überhaupt nicht leiden kann ich es nämlich in überfüllten Läden in allerletzter Sekunde nach irgendetwas zu suchen…
        Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent.
        Tannengrün zum Kranz gewunden, rote Bänder drein gewunden…lalala 😀 😀 😀

  12. Myriade

    Bezüglich der angeblichen Besinnlichkeit des Advents hätte ich als Großstadtbewohnerin ja einige zynische Ansätze zu bieten, die ich aber für mich behalte.
    Hier bin ich aber schwer beeindruckt: Zutaten in Wäschekorbmengen, Geheimrezept, Familienkneten …… und noch Geschichtliches zum Thema Stollen. Ein sehr schöner Beitrag !
    Und mein Kompliment an die tüchtige Frau Schwiegermutter, deren Hände man hier beim Arbeiten sieht.

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Hm Schokoladenweihnachtsmänner im August, Tannenbäume am Besten schon Ende Oktober, das ist nicht schön.
      Es gibt jedoch auch den Advent der Herzen, die Freude auf das kommende Licht, das Glück der Kinder, die Wärme der Familie.
      Streß gibt es auch, aber nur, wenn wir ihn uns machen.
      Chefbäckerin ist die Frau Schwiegermutter mit dem Geheimrezept.;-)
      Ich grüße dich herzlich mein Sternchen und wünsche gute Nacht.

      Antwort
  13. AnDi

    Stollen…. eine Hälfte von uns kann ihm einfach nicht widerstehen!!! 😉

    Das gemeinsame Backen ist eine wunderbare Tradition, welche unbedingt beibehalten werden muss!

    LG
    AnDi

    Antwort
  14. anudasa

    Liebe Arabella,
    ich wusste gar nicht, dass die Windeln von Jesus so lecker sind 😉
    Übrigens war mein Großvater Mütterlicherseits auch Bäckermeister. Sein Highlight war Käsekuchen. Da kamen die Leute von weit her um ihn zu erwerben.
    Müsst Ihr von Eurem Stollen auch etwas an den Landesherren abgeben? Freuen würde er sich sicher 😉
    Wir wünschen Euch einen guten Start in die Woche 🙂
    Froschi und Anudasa ❤ ❤

    Antwort
  15. nandalya

    Weihnachten habe ich erstmals in Deutschland erlebt. Aber brav wie meine Eltern sind, bekam ich natürlich auch Geschenke. Und Stollen. Seitdem mag ich ihn. Nur nicht backen. Der wird gekauft … und dann stibitzt ihn Yuki mir 😀

    Antwort
  16. Heike Farbenfroh

    Obwohl ich Stollen überhaupt nicht mag, hat mich dein schöner Beitrag jetzt doch ganz berauscht. Ich gehe einfach mal davon aus, dass ich bislang noch nicht die richtigen Stollen gegessen habe…. Deine Beschreibung ist fantastisch, ich konnte die Düfte mit genießen! Dankeschön! 🍪

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Ha, ich habe lange keinen gegessen.
      Jetzt freue ich mich richtig darauf.
      Ein Bäckerstollen kann auch sehr gut sein, die Kaufhallenware taugt leider nicht viel.
      Vielleicht versuchst du mal einen Annaberger Stollen.:-)
      Liebe Grüße und dankeschön für deine lieben Worte. 🙂

      Antwort
  17. Arno von Rosen

    Das ist unglaublich vielTeig, den ihr da bewegt und ihr habt eine bemerkenswerte Familientradition, welche sich hoffentlich niemals verliert, denn das sind starke Eckpunkte einer Familie. Bin absolut begeistert!

    Antwort

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