Archiv der Kategorie: Blütenzauber

Vor dem Frost

Die Sonne scheint und lockt tagsüber als wollte der Sommer kein Ende nehmen.
Die langen Schatten zeigen, dass dies ein Trugschluss ist. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der erste Nachtfrost einsetzt und dem Blühen ein jähes Ende bereitet.
Ein Teil meiner Pflanzen zieht deshalb in ihr Winterquartier, sie würden Frost nicht überleben.
Der Säulenkaktus steht am gleichen Platz wie vorher, nur innen.

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Die Palmen verlagern ihren Aufenthalt in meine Dachkemenate gemeinsam mit einigen Sukkulenten, sie vergrünen mir dort den Winter.
Und damit ist auch schon Schluß mit den Wintervorbereitungen. Schließlich ist schönster Sonnenschein.
Im Garten habe ich Erstaunliches entdeckt.

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Ein Himmelschlüsselchen blüht.
Und damit nicht genug.
Als wüsste er, dass die Palme ersetzt werden muss, hat auch mein lieber Rosmarin Blüten angesetzt.

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Ihn lasse ich draußen so lange es geht, nur bei Temperaturen unter 5 Grad minus nehme ich ihn kurzzeitig in die schützende Kellerräume.
Er dankt mir die Hin – und Herschlepperei, wenn ich ihn streife hüllt er mich in seinen Duft, dass es mir ganz warm vor Freude wird.
Deswegen kann ich mich trotz der frühen, noch kühlen Stunde weiter vor wagen und werde belohnt.

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Die betauten Herbstastern sind schön wie nie.
Die Dahlien setzen zur zweiten Blüte an, diese Blüten werden noch erblühen, die vorhandenen Knospen schaffen das kaum noch, sie werden Blumensträuße auf meinem Frühstückstisch abgeben.

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Dann gehen auch diese Knollen ihrer verdienten Winterruhe nach.

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Fast die letzten Kapuzinerkressenblüten leuchten mir entgegen, ihre Samen habe ich für’s nächste Jahr gesammelt.

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Verwelkt ist das Schilf,

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schön find ich es in seinem goldenen Herbstkleid mit den weißen Flaumblüten immer noch.
Die Fette Henne und der Sonnenhut leuchten und eine Margarithenblüte schaut neugierig zu, wie ich Holz für’s Kaminfeuer hole.

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Das die Abende früh beginnen und recht kühl sind, stört am Kaminfeuer kaum.

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Herbstleuchten

von Rudolf G.Binding

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Schöner strahlt der Betrug.
Leuchten dem Sterben vertraut.
Im allermüdesten Flug
Falter von Sonne betaut.

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Irrende Dolche des Lichts.
Silberne Fesseln der Luft.
Perlen betörten Gewichts
heucheln Geblüh ohne Duft.

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Purpur vergilbt und verascht.
Goldener Teppich verfahlt.
Tiere vom Tod überrascht.
Länder vom Schlaf übermannt.

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Wo sich das Leben begrenzt,
alles verhangen vom Glanz.
Aber wir selber beglänzt
schreiten den zauberischen Tanz.

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Hinter der Flöte des Todes,
hinterm Geflüster des Traums,
lachend der Süße des Brotes,
jauchzend der Früchte des Baums.

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Methamorphosen

Farbwechsel des wilden Weines

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Die Blattfärbung im Herbst ist ein Naturschauspiel, hervorgerufen durch die Änderung der Mengenverhältnisse der Blattfarbstoffe.
Blattgrün wird ersetzte durch Karotinoide (gelb, orange,  rot), Xanthophylle (gelb) und Anthocyane (rot, blau, violett) .

Die Gelbfärbung der Blätter ist eine Art von Sonnenschutz.
Sonneneinstrahlung in Verbindung mit Kälte erzeugen diese Schutzfunktion.
Das lichtempfindliche noch vorhandene  Chlorophyll wird durch den überlagerten Farbstoff, dem Anthocyanin, geschützt und der Abtransport von – für die Pflanze wertvollem Stickstoff – in die Stammteile wird sichergestellt. Dort wird der Stickstoff bis zum Frühjahr gespeichert.
Je mehr Sonnenschein umso gelber die Blätter.
Dies ist auch die Erklärung für den Farbenrausch des Indien
Summers.
Erkenntnisse wie diese von Bill Hoch sind jüngeren Datums.
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Mit der Metamorphose der Pflanzen befassten sich Gelehrte seit langer Zeit.
Dazu empfehle ich folgendes Buch:

„Versuch die Methamorphose der Pflanzen zu erklären“
Johann Wolfgang Goethe, verfasst 1790
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Über dem Artikel findet sich ein Link zum Buch.
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Ringel, ringel, Rosenkranz…,mein Wäscheplatz wird zur Heimat der Hortensien

Ringel, ringel, Rosenkranz,
setz ein Töpfchen Wasser bei,
Morgen woll’n wir waschen.
Große Wäsche,  kleine Wäsche,  allerhand sehr feine Wäsche.

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So geht ein alter Kinderreim, der hier kurz mit fröhlichen Worten eine schwere Arbeit beschreibt.
Der Waschtag war früher nicht ein Tag, sondern Tage, an denen folgende Arbeiten zu erledigen waren.

– sortieren am Abend zuvor nach Weißwäsche, Buntwäsche und Wollwäsche,
– Brennmaterial zum Kessel heizen herbeischaffen,
– Wäsche in Bottiche mit Soda einweichen und über Nacht stehen lassen,
– ganz früh am Waschtag die Kessel mit Wasser befüllen und anheizen,
– eingeweichte Wäsche wringen,  einseifen, durch bürsten Flecke entfernen,
– Waschkessel mit Waschlauge befüllen und die Wäsche einlegen,
– mit schweren Holzstab die Kochbrühe rühren, darin die Wäsche bewegen und niederdrücken,
– nach dem Kochen die Wäsche herausnehmen und einzeln auf dem Waschbrett rubbeln,
-in der Waschwanne schwenken, Wasser erneuern, bis es klar bleibt, Wäsche eventuell bläuen,
– nach dem letzten Spülen, Wäsche auswringen und zum Bleichen auf den Rasen legen, dabei immer wieder mit Wasser gesprengten,
– gebleichten Wäsche auswaschen, schwenken, auswringen und aufhängen,
– farbige Wäsche im warmen Seifenwasserasser waschen, klar spülen, schwenken,  auswringen und aufhängen,
– für die Wollwäsche warmen Seifenschaum schlagen, diese darin ausdrücken,
– in klares Spülwasser geben, spülen bis das Wasser klar bleibt, wringen und aufhängen,
– Waschkessel gründlich reinigen

Dann folgte das Bügeln und Plätten, das Rollen und Mangeln.

Zum Stärken von Hemdkragen und – Manschetten, sowie für verschiedene Tischwäsche wurde rohe oder gekochte Stärke angerührt.

Bis zum Jahre 1900 wurde so verfahren.
Das nicht allzu häufig gewaschen wurde bei diesem Aufwand zeigt die Anzahl der Wäschestücke in der Mitgift.

Dagegen ist Wäsche waschen heute ein Kinderspiel.
Wer wie ich einen Garten besitzt,  kennt den Vorteil, die sauber gewaschene Wäsche im Freien trocknen zu könnten. Der Duft, der dadurch in die Wäsche dringt, ist von keinem Weichspüler zu erreichen.
Mein Wäscheplatz liegt geschützt, ich muss nicht bei jedem Schauer laufen, um die Wäsche vorm erneuten Nasswerden zu schützen.
Der Gärtnergatte hat mir, um mir die Arbeit weiter zu erleichtern,  an der Garagenwand einen überdachten Wäschetrockenplatz geschaffen. Davor steht eine dichte Koniferenhecke, dahinter liegt die Terrasse.
Diese geschützte Lage bietet einen idealen Standort für meinen beiden, noch nach Heimat suchenden Hortensien Ida und Frieda.
Bei Flora habe ich schon alle wichtigen Details erläutert, die Hortensien dieser Art brauchen, um gedeihen zu können, ich muss es hier und jetzt nicht wiederholen.
Erwartet werden sie von einem großen Farn und auch der Goldfelberich,  eine meiner Lieblingspflanzen ist hier zu Hause.
Es wächst eine Pfingstrose und Mohnblumen und auch einige Himmelschlüsselchen blühen im Frühjahr. Des Gärtnergatte geliebte Funkie steht hier gern und so habe ich beim Wäsche aufhängen einen Anblick, der mir Freude bereitet. Ich mag es,  den alltäglichen Dingen Schönheit zu verleihen und so wird mir jedes Wäsche hängen zum Gartenspaziergang.
Die Pflanzlöcher hat der fürsorgliche Gärtnergatte schon ausgehoben und mit Humuserde den vorhandenen Boden angereichert.

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Die Blätter der nahestehenden Birken  bilden einen weichen Teppich, das Laub kehre ich erst,  wenn alles gefallen ist. Dann ziehen die welken Blätter gesammelt mit den in ihrem Schutz lebenden Insekten in einen abgelegenen Gartenteil zum Verrotten.
Die Birken selber schließen den Schutzraum für die kälteempfindlich Pflanzen, die hier wohnen werden,  nach vorn dicht ab.
Der Gärtnergatte will mir meinen von mir oft besuchten Wäscheplatz weiter verschönern und pflanzt an dem schön geschwungenen Weg, den er mir vor langer Zeit schon gebaut hat, Lavendel und die beiden Hortensien.

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Was passt besser zum Duft frischer Wäsche als Lavendel?
Am Vormittag, wenn es nicht zu heiß ist, scheint hier trotz der dichten Koniferenhecke die Sonne.  Das wird dem Lavendel gefallen. Die frostigen Winterkälte in meinem Garten, dürfte meinen duftenden Freunden an dieser geschützten Stelle wenig anhaben können.

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So finden sie hier eine neue Heimat.
In schöner Ordnung schmiegt sich ein Pflänzchen an das andere und gemeinsam liegen sie den Bauernhortensien zu Füßen.
Ob die Blaue von beiden ihre jetzige Farbe behält, wird sich im nächsten Jahr herausstellen. Ich lasse ihr die freie Wahl.
Wichtig für einen Austrieb neuer Blüten ist, die Pflanze im ersten Jahr gar nicht und danach nur vorsichtig im Frühjahr direkt am Austrieb zu schneiden, sonst blühen die Schönheiten nicht mehr.
Ein sanftes Abknicken der verblühten Teile im zeitigen Frühjahr direkt mit sachter Hand ist die beste Lösung.

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Willkommen an meinem Wäscheplatz, meine Lieben.
Wir sehen uns von nun an häufig.

Die Kleopatra von der Badstraße

Nicht umsonst wohne ich auf der Badstraße.
Nein, diese Straße gibt es nicht nur bei Monopoly,  es gibt sie wirklich,  sie wurde nach meiner großen Leidenschaft zu Wannenbädern benannt.
Im Ernst, nirgendwo kann ich mich besser entspannen, als im warmen Wasser und das unabhängig von der Außentemperatur.
Der Gärtnergatte,  darum wissend, nennt mich eine Seelenbaderin und baute mir die schönste Bademöglichkeit.
Eingelassen in den Fußboden kann ich aus meiner Badewanne zum Fenster hinaus in den Garten schauen.
Nun ist eine Seelenbaderin noch lange keine Kleopatra.
Die letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und gleichzeitig der letzte weibliche Pharao ist u.a. bekannt dafür, ihre Schönheit mit ausgiebigen Bädern gepflegt zu haben.
Ein Kleopatrabad ist ein Wannenbad im ägyptischen Stil. Je nach Hauttyp werden die unterschiedlichsten Pflegesubstanzen wie Milch, Honig, Öl oder feine aus wertvollen Zutaten gefertigte Seifen direkt auf die Haut aufgetragen.  Ein Bad in harmonischer Umgebung bei 39 Grad Wassertemperatur vervollkommnet dann die Wirkung der Hautpflege und lässt der Seele Raum.
Heute nun, werden Träume war, kann ich mich fühlen wie Kleopatra.
Als ich nach Hause komme, liegt in meinem (nur der Postbotin und mir bekannten) Postversteck ein wattierter Umschlag.

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Ich freue mich riesig. Schnell hole ich den Umschlag zwischen den Baumstämmen hervor.
Der gegenüber stehende Wein wird gelb vor Neid.

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Steht ihm aber gut.
Meinen Schatz fest in der Hand laufe ich in’s Haus und öffne das Päckchen. Daraus entströmt ein Duft, der auch Kleopatra hätte vor Neid erblassen lassen.
Meine liebe Bloggerfreundin Eckisoap
http://siedendbunt.wordpress.com/
hat mir Proben ihrer selbstgemachten Seifen geschickt.

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Der Waschbär Spanky kann seine Freude über die neuen Gäste nicht verbergen. Sein Schmunzeln ist deutlich zu erkennen.
Nebeneinander platzieren sich, in zartes Seidenpapier gehüllt und mit verschiedenfarbigen Banderolen gesichert, die duftenden Prachtstücke.
„Purer Luxus“, „Schokokoko „, „Indien Summer “ und „Gurkenzeit“ lauten die wohlklingenden Namen.
Eine liebe Karte schickt freundliche Grüße dazu.
Spanky wird vom Duft ganz schwindlig und ich muss unbedingt wissen, wie so ein Wohlgeruch aussieht.
Der gesamte Raum duftet, als ich vorsichtig auspacke.

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„Purer Luxus“ fühlt sich auch so an, weich und anschmiegsam wie mein Lieblingsschal aus Kaschmir und Seide. „Schokokoko“  riecht genauso , wie es der Name verspricht und ist zum Reinbeißen.
Die Optik von „Indien Summer“ berauscht wie der Duft – mein Favorit.
So eine Schönheit hält jedem Vergleich stand.

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Exotisch, fruchtig – auch im Duft – ist diese Sorte. Meine Kapuzinerkresse verliebt sich augenblicklich.
Dann wäre da noch das süße Käferchen „Gurkenzeit“ und diese Seife gewinnt mein Herz durch die Frische, die ihrem Duft innewohnt. Wie die erste Schüssel Gurkensalat nach einem langen Winter riecht sie.
Sie wird es, sie wird meine Begleiterin zum heutigen Kleopatrabad.
Sanft reibe ich mir die Seife in die Haut.
Die wertvollen Inhaltsstoffe machen sich durch ihre Geschmeidigkeit auf der Haut bemerkbar. Dieses Seife gleitet ohne durch die Finger zu rutschen und hinterlässt eine glatte, geschmeidige Haut.
Auch nach dem Abtrocknen ist meine Haut gepflegt, ohne Spannungsgefühl.
Ein zartes Dufterlebnis lässt mich in eine andere Welt eintauchen, der Duft bleibt wahrhaftig sanft als Hauch auf der Haut zurück.
„Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an“ steht-  nach Goethe -auf der beiliegenden Karte.
Eckisoap hat ihren Entschluss wahr gemacht und sich eine Beschäftigung geschaffen, die für sie einer Meditation gleich kommt.
Hat sie mir gesagt.
Ihrer Seife ist das anzumerken. Die Liebe dazu,  die Freude daran, die Idee Schönes zu schaffen, umhüllen mich und bereiten mir ein himmlisches Behagen.

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Danke, liebe Eckisoap, sollte mein Vorrat aufgebraucht sein, wird mir keine herkömmliche Seife mehr genügen.

Es gibt Düfte, frisch wie Kinderwangen…

…süß wie Oboen,  grün wie junges Laub.
Verderbte Düfte, üppige, voll Prangen
wie Weihrauch, Ambra,
die uns im Staub den Atemzug des Unbegrenzten bringen und unserer Seele höchste Wonne singen.

Charles Baudelaire beschreibt hier so poetisch die Wirkung von Parfum.
Meine Liebe zu Düften ist vielleicht noch nicht allzu bekannt.
Meine Parfumauswahl treffe ich nach Düften, die ich aus dem Garten kenne. Die Vielfalt der Auswahlmöglichkeiten ist groß.
Bescheidener, keinesfalls weniger duftend geht es heute bei mir im Garten zu.
Eingehüllt in den Duft frischer Minze und Melisse fühle ich mich wahrhaftig in höchster Wonne und glücklichster Stimmung.
Ihre Erntezeit ist überreif. Noch ein bisschen,  noch ein Weilchen wollte ich mich am Anblick der üppig dahinwuchernden Pflanzen erfreuen, aber nun ist ihre Zeit endgültig vorüber.
Sie werden geerntet und für Tee getrocknet.

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Dazu hebe ich den Kasten aus seinem Rahmen und mache es mir auf der von warmer Vormittagssonne beschienenen Terrasse gemütlich.

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Das ist Wetter, wie ich es liebe und ich genieße die sonntäglich herrschende Stille. Und ein Duft liegt in der Luft, den ich festhalten möchte.
Die Pfefferminze hat lange Senker getrieben,

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ich schneide mir einige ab und stelle sie zum Wurzeln austreiben an mein sonniges, nach Süden gehendes Küchenfenster.

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Damit habe ich die neuen Pflanzen für’s Frühjahr, bis dahin sind sie soweit.
Die anderen Kräuter ernte ich ab und bündele sie. Rotes Band für die Minze,

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goldenes Band für die Melisse.

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Zum Trocknen hängen sie noch einmal gemeinsam am Dachpfosten, bevor ihre Wege im Tee sich trennen.

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Die Melisse treibt schon wieder neue grüne Blättchen,

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sie wird gewässert

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und findet zum Überwintern in der Erde ein neues zu Hause.

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Im Blumenkasten würde sie erfrieren.
Der sieht im übrigen nun ganz schön kahl aus. Ich fülle ihn zur Hälfte mit frischer Erde, die ich als Steckmasse benutze.
Auf meinem Tisch breiten sich wahre Schätze aus und auch sie duften nach goldenem Herbst.

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Silbertanne und Fruchtstände von Klette, Mammutblatt, Funkie  und Farn warten gemeinsam mit Blüten von fetter Henne und Schilf auf ihren Einsatz.

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Besonders grazil wirken die abgeblühten Stengel der Kronen-Licht-Nelke.
Und über dem Ganzen liegt dieser Geruch, der mich fasziniert und erinnert, an…, ich weiß noch nicht woran.

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Nacheinander stecke ich die vielförmigen Stengel in die Erde.
Zum Abschluss kommt noch eine Essigbaumblüte mit ihren leuchtenden Blättern in die Mitte.

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Bis in den späten November hinein kann ich den herbstlichen Kasten von meinem Fensterleseplatz aus bewundern, dann werde ich ihn weihnachtlich umgestalten.

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Nicht mehr lange und die noch bunten Blumen sind vergangen und das Grün nimmt Abschied.
Dann bleibt mir ein Funken Licht.

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Ein Aroma , frisch wie der bald beginnende Oktober haftet mir an, ich überlege,  ob ich aus all den Düften von heute einen herausfinde, der mich als Parfum über den Winter begleitet und Erinnerung an diesen schönen Sonntag zurückbringt.
Und da fällt er mir ein.
Eau Du Soir von Sisly. Dieser Duft ist wie der Herbst, mit allem was der Garten bietet. Eichenmoos,Gartennelke,Iris und Labdanum im Herz. Das Labdanum, das Harz der Zistrosen bringt mit seinem Honigduft die goldene Stimmung. Ambra und Moschus bilden als Basis die sanfte Wärme, die diese Jahreszeit braucht und mit Grapefruite und Mandarine ist die Frische des Tages im Garten dabei. Sie reicht bis in den Abend hinein. So wird aus diesem Tag im Garten der Duft des Abends.

Die Tausendschönchen blüh’n nicht mehr…

…das Weizenfeld ist auch schon leer, der Himmel macht ein trüb‘ Gesicht, die Sonne scheint heut wieder nicht.
Komm morgen früh zum Wiesenhain, dort sammel wir Kastanien ein.
Dann bringen wir sie schnell nach Haus und basteln schöne Sachen draus.

Ein Kinderlied, das ich auf meiner liebsten Langspielplatte rauf und runter hörte.
Und wahrhaftig,  das Verblühen beginnt.
Meine bunten Petunien hat der Regen und die darauf folgend starke Sonne völlig ruiniert.
Besser sieht auch der andere Blumenkasten nicht aus,  die Duftgeranie hat alles zugewuchert.

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Die Petersilie und der Lavendel haben bessere Zeiten gesehen, auch sie brauchen Veränderung.

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Das schöne Wetter der letzten Tage hat Lust zum Draußensein aufkommen lassen. Den warmen Nachmittag heute will ich nutzen, um meinen Blumenkästen neues Leben einzuhauchen. Bis zum Frost ist es noch ein Weilchen und die Freude ihres Anblickes möchte ich mir verlängern.
Dazu brauche ich gar nicht viel.
Gekauft habe ich nur einen noch nicht aufgeblühten Enzian und zwei Hauswurze.

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Zuerst entnehme ich die Pflanzen. Einen Teil verwende ich weiter,  die Verblühten kommen auf den Kompost.
Von dort hole ich mir auch frische Erde und fülle damit den Boden der Kästen.
Die Petersilie kommt in die Mitte, die beiden Lavendelpflanzen ziehen um ins Kräuterbeet.
Im vorderen Kasten habe ich mir mehrere einzelne kleine Koniferen zu Bäumchen gebunden, die Duftgeranie in der Mitte hat allen Raum beansprucht und ist groß geworden. Die Pflanzen brauchen Pflege, sollen sie gut über den Winter kommen. Eine Weile wässere ich sie direkt im Wasserfass. So können sie genug Flüssigkeit aufnehmen.

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Die brauchen sie auch. Ein Duft nach Rosenseife einströmt den Blättern, der Geranie und auch meine Hände duften herrlich. An der schöne Pflanze möchte ich mich auch im nächsten Jahr erfreuen.

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Zurück zum Petersilienkasten.
In der Zwischenzeit habe ich die eingesetzte Petersilie mit Erde umgeben und hier stecke ich einfach noch im Garten vorhandenes dazu.
An der Hinterseite, die von innen zu sehen ist, befinden sich Koniferenzweige, fette Henne und getrockneten Blüten vom Zierfarn.
Vorn braucht es dann nur noch etwas Hagebutte und zwei Essigbaumblüten als Farbtupfer.
Fertig.

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Die Essigblüten habe ich erst eingesteckt, als der Kasten wieder an seinem Platz stand, damit sie gleich den richtigen Standort haben und gut zu sehen sind.

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Nun kann ich mir direkt durchs Fenster Petersilie holen und habe eine Herbstdekoration, die auch von innen schön aussieht.

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Die Wurzelballen der anderen Pflanzen haben Feuchtigkeit für den Winter getankt. Für die Koniferen ist das überlebenswichtig. Dies gilt auch für freistehende Pflanzen. Ein Braunwerden der Pflanzen im Frühjahr ist nicht auf Erfrieren sondern auf Vertrocknen zurück zu führen.
Die Duftgeranie bekommt einen eigenen Topf .

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An ihrem neuen Standort kann sie noch Sonnenstrahlen fangen, bis sie endgültig in ihr Winterquartier zieht.

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Anders als ihre Schwester, die Frau Storchschnabel, ist sie nicht winterhart.
Die Koniferenballen stehen wieder an ihrem angestammtes Ort, mit mehr Abstand zum Rand.

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Dort fülle ich als Frostschutz Erde auf.
Die beiden Pflanzen wohnen schon den 4. Winter dort, langsam werden sie zu groß für den Kasten. Sie tuscheln schon Nachts miteinander, wohin im Garten sie wohl ziehen werden.
In die Mitte zieht jetzt erst einmal der Enzian, ich freue mich auf sein Blau.
Die kleinen Zwischenräume füllen die Hauswurze. Bevor ich Erde auffülle, werden sie platziert.

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Bis zur Weihnachtsdekoration bleibt dieser Kasten so, er steht geschützt und die Pflanzen sind nicht empfindlich.
Nachdem alles aufgeräumt ist, gieße ich noch einmal kräftig an.

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Nun kann er zurück an seinen Platz.
Kaum geschehen, verdunkelt sich der Himmel und ein Gewitter zieht auf.
Heftig regnet, blitzt und donnert es.
Die Wärme des Sonnentages verfliegt sofort und macht herbstlicher Kühle Platz.
Es stimmt, die Tausendschönchen blühen nicht mehr.
Aber der Enzian.

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Das kalte Herz oder Die Geschichte vom Holzmeiler in meinem Garten

Peter Munk in Hauff’s Märchen „Das kalte Herz“ ist Köhler.
Er sinnt reich zu werden,  seiner Hände Arbeit und der Lohn der Zufriedenheit sind ihm nicht genug.
Um an Geld und damit Reichtum zu gelangen, verkauft er sein Herz und verliert dabei, was Leben auszeichnet. Liebe,  Zufriedenheit und Frieden mit sich selbst.
Sein Weg zurück zu den einfachen Dingen ist schwer, dass er ihm gelingt, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass es sich bei der Erzählung um ein Märchen handelt.
Das weiß jedes Kind.(Hoffe ich.)
Wie ich darauf komme, fragst du dich?
Um Holzkohle zu gewinnen, muss der Köhler einen Holzmeiler errichten.
Und damit bin ich beim Thema.
Als der Gärtnergatte mir von seinem Vorhaben, selbiges zu tun, berichtete, fiel mir sofort das Märchen ein.
Beruhigend für mich dabei zu wissen, dass der Gärtnergatte niemals sein Herz für Gold verkaufen würde.
Dafür legen ich meine Hand ins Holzkohlefeuer.
Wir wollen keine Köhler werden, ein Teil unserer Feuerung wird aber vom mit Holz beheiztem Kamin übernommen, dieser speist dann überschüssige Wärme in die Heizung ein und so wird das gesamte Haus beheizt, während wir gemütlich am Kamin sitzen und Märchen lesen.
So weit, so gut.
Dafür brauchen wir Feuerholz in großen Mengen und dieses muss getrocknet und gelagert werden.
Das Holz holt der Gärtnergatte in Form von Baumstämmen aus dem Wald,zerkleinert es und stapelt die Scheite in Regalen dekorativ in unserem Garten.Die Regale sind voll.
Die Trocknungszeit bis zur Verwertung muss eingeplant werden und nun ging es daran raumsparend Lagermöglichkeit zu schaffen.

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Hinter der grünenden Birke liegt jede Menge gehackter Birke.Auf meinem Waldspaziergang bin ich am Stumpf des morschen Baumes vorbei gekommen, der nun seinem funkenden Ende entgegen trocknet. Davon habe ich erzählt.

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Hier liegt er nun.
Ein Glück, dass wir beide gern die Dinge selbst in die Hand nehmen. Arbeit steckt eine ganze Menge dahinter, genauso viel Freude daran ebenso.
Zuerst braucht der Meiler eine wasserundurchlässige Unterlage.
Aus einem Stück Abdeckplane schneidet mein pfiffiger Gärtnergatte den dafür benötigten Kreis zu.

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Die untersten Stücke werden im Verlauf des Kreises gestapelt und dann wird der Rand Stück für Stück hochgezogen.

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Der verbleibende Hohlraum wird gleichzeitig mit befüllt, um ein Einstürzen nach innen zu verhindern.

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Hier ist der Aufbau gut zu erkennen.
Scheit um Scheit ordnet sich ein.
Mir gefällt der entstehende Meiler sehr.
Ein neues, nützliches Stück Gartendekoration ist im Entstehen.

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Ein richtiger stabiler Turm- bzw. Meileransatz ist entstanden.
Das verarbeitete Holz ist aufgestapelt und wird mit einem weiteren Folienkreis abgedeckt und damit vor Nässe von oben geschützt.Gut belüftet zum Trocknen ist das Holz durch die Stapelung an sich.

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Der Anfang ist gemacht.
Am Wachsen des Meilers zweifle ich keinen Moment, Holzvorrat dafür ist in ausreichender Menge vorhanden.

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Für heute ist Feierabend.
Jetzt brauche ich den Gärtnergatten mit dem heißen Herzen bei mir am Kamin.
Vielleicht lesen wir ja in Hauff’s Märchen.
Vielleicht.

Möchtest du deine Erinnerungen auffrischen?
Unten zu lesen ist das Märchen „Das kalte Herz“ .

An Tagen wie diesen…

bleibt nicht viel zu wünschen übrig.
Ein Spätsommertag der mich glücklich macht.
Laue 23 Grad, ein sanfter Wind, Licht in der Farbe reifer Aprikosen.
Aus der Küche strömt der Duft von Apfelkuchen.
Ausgeschlafen höre ich Brian Ferry  und freue mich auf den Nachmittag mit der Familie.
Tanzen könnte ich vor lauter guter Laune, da der Gärtnergatte nicht zur Verfügung steht, tanze ich eine Runde durch den Garten. Der Herbst wird ihn bald verändern, erste Zeichen gibt es schon seit Tagen.
Meine Kletterrose macht Fortschritte, im nächsten Jahr hoffe ich auf Blüten.

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Die Physalis hat ebensolche angesetzt, ich werde sehen, wie weit sie es schafft, Früchte daraus wachsen zu lassen.

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Trotz meines kühlen Grundes hat auch meine Versuchspaprika, gezogen aus einem Körnchen, 1 ganze Frucht hervorgebracht.

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Geht doch.
Im nächsten Jahr starte ich vielleicht einen üppigeren Versuch. Mit Diana und Andi vom Schlemmerbalkon.WordPress.com/ plane ich für Ende Januar einen Tomatenaufzuchtwettbewerb, ein Grund zur Vorfreude auf diesen Monat.
Auch der Rosmarin steht gut, wann immer ich ihn streife, umfängt er mich mit seinem wundervollen Duft.

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Die Dahlien strahlen mit der Sonne um die Wette

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und die Hagebutten wetteifern mit der Kapuzinerkresse um’s schönste Rot.

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Mein Männertreu ist verblüht, seinen Platz haben Ministauden der Alpen-Licht-Nelke eingenommen. Hier bleiben sie bis in’s späte Frühjahr,können gemütlich vor sich hin wachsen und ziehen im nächsten Jahr in den Garten um.

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Im goldenen Herbstlicht sonnen sich die schon großen Stauden in ihren Rabatten und flüstern den kleinen Neuankömmlingen Gartengeschichten
zu.

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Sein Wort gehalten hat auch der Goldfelberich.Die mir ihrer üppigen, gelben Blüten so liebe Pflanze, blüht im Herbst an den Spitzen noch einmal.

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Der Salbei duftet im Topf vor sich hin

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und muss aufpassen, nicht von Äpfeln getroffen zu werden.

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Diese gibt es in diesem Jahr in großer Zahl und auch jede Menge Brombeeren sind vorhanden.

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Noch! Heute Nachmittag kommt die Schaukelinhaberin.
Das Schilf steht in voller Blüte, aber noch sind sie rot und nicht mit den weiß wirkenden Flugsamen besetzt.

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Der Essigbaum zeigt sich im Meer seiner Früchte, bald werden auch seine Blätter in herbstlicher Farbe erglühen.

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Oregano und Pfefferminze warten auf ihren Gebrauch in Salat und Tee.
Die fette Henne ist noch nicht errötet, lange dauernd es nicht mehr.

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Mein Lieblingsplatz im Goldfelberich ist jetzt mit Äpfeln geschmückt,

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wahre Prachtstücke fallen mir direkt in den Mund.

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Der wilde Wein beginnt sich herbstlich zu kleiden

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und Selleriekraut trocknet an der Decke der Terrasse seinem Einsatz in kulinarischen Genüssen entgegen.

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Hüpfend tanze ich zurück, das Licht lässt schon ahnen, bald werden die Birken in pures Gold verwandelt,

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auf dem Rasen deutet es sich an. Mir ist vor der Winterkälte nicht bange, der Gärtnergatte hat Holzvorräte genug geschaffen.

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Gewachsen ist auch der Walnussbaum, wenn ich nur schon Nüsse für Kuchen von ihm hätte.Er gibt sich aber große Mühe mit dem Wachsen.

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Unter den Birken gibt es den einen oder anderen Pilz und des Gärtnergattens Blauregen beginnt in den Himmel zu ranken.

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In goldenes Licht finde ich meinen kleinen Balkon getaucht

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Noch ein Blick und schnell in’s Haus zurück, damit der Kuchen nicht verbrennt.

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Kräuter, Beeren, Zapfen oder Für alle die keine Pilze mögen

Pilzgerichte sind nicht jedemans Sache.
Vergiftungen werden befürchtet oder sie werden,teils wegen schlechter Erfahrungen, einfach nicht gern gegessen.
Bei unserem Waldspaziergang habe ich auch nach anderem Ausschau gehalten.
Bevor es wieder in den Wald geht, geniesse ich die Aussicht über’s freie Land.

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Erstaunlich vielfältig ist die Kräuterauswahl. Manches Kräuterweiblein hätte reiche Ausbeute gefunden.
Am Waldesrand stehen in großer Zahl Beifuß (damit die Weihnachtsgans besser verdaulich ist) ; Frauenmanteldolden ,große, stattliche Pflanzen nicht nur für den Tee, sondern auch sehr dekorativ.

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Ich fand noch blühendes Johanniskraut (es hat schon eine eigene Seite)und auch echte Kamille.

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Dazwischen mit seinen kornblumenblauen Blüten herausstechen leuchtet Wegwarthe und begeistert war ich von diesem Busch Schafgarbe. Am Liebsten hätte ich ihn ausgegraben und mitgenommen.

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Natürlich habe ich ihn stehen lassen, er gehört allen.In seiner ganzen Pracht.
Seltener trifft man bei uns auf wild wachsendes Heidekraut.

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Eine kleine Insel fand ich aber doch.
Die Sonne leuchtete inzwischen durch die Lärchen

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und ich getraue mich tiefer in den Wald.
Das herrliche Moos lädt zum Ausruhen ein und verlaufen kann ich mich nicht,

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die Meilensteine sind neu gemacht und leuchten aus dem Dunkel.

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Mitten im Wald schlägt mein Herz schneller, huj, was ist denn das?

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Ein Kiefer, aber welchem Tier gehört er?
Ich weiß es nicht.
Und noch ein Fund begeistert mich.
Seht ihr was hier wächst?

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Am Boden schlängeln sich Brombeerranken und die sind voller Beeren.

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So süße Beeren wachsen in meinem Garten nicht, auch wenn sie klein sind, die Beeren die ich vernaschte,  hätten locker für zwei Kuchen gereicht. Der Gärtnergatte war kurz verschwunden,  für Glück war jedoch auch gesorgt

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und so fand ich ihn wieder.
Langsam möchte ich zum Waldesrand zurück und gehe einen kürzeren Weg als der Gärtnergatte.
Dabei entdeckte ich einen Fichtenkindergarten

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und wunderschöne,  noch grüne Zapfen, die ich zu Dekorationszwecken mitnehme.

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Am Waldesrand komme ich an der Stelle vorbei,an der Gärtnergatte und Wissender unser Brennholz schlagen.

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Die alte Birke war morsch, wurde geschlagen und wartet jetzt im Garten auf ihr funkendes Ende.
Schon sind die ersten Häuser in Sicht und auf den Wiesen weiden Pferde.

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Zurück zum Gärtnergatte und den Pilzen schlendernd, bin ich mit mir und der Welt im Reinen.
Ein gutes Gefühl.