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Jetzt auf YouTube ansehen: Morgen, Kinder, wirds was geben (mit Untertiteln …

Morgen, Kinder, wirds was geben (mit Untertiteln …: http://youtu.be/91v1e3nJCL8

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Schwarz

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Schwarz ist die letzte der Farben, die in meiner Reihe noch fehlt.
Nun kommt sie und ist – das Ende.
Trauer darüber fühle ich nicht. Jedem Ende liegt auch ein Anfang inne.
Für mich ist Dunkelheit auch nicht bedrohlich, eher wirkt sie faszinierend auf mich.
Das Gegenteil, das Licht, ist oft nicht weit entfernt.
Wachstumshemmend wie schwarz ist, schenkt es Zeit für Pausen, in denen ich über die Gegensätzlichkeit von Gut und Böse, Leben und Tod nachdenken kann.

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Es muss auch schwarze Schafe geben, sonst wüssten die weißen nicht, dass sie weiß sind.
Schwarz polarisiert.
Ich trage es oft und gern, aber nicht ausschließlich.
Elegant ist es, feierlich und edel aber auch unnahbar, autoritär und Respekt einflößend.
Kreativ macht die Schwärze, die zum Licht führt, heraus aus dunkelster Nacht.

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Braun

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Kaffee ist braun, Kakao ist braun,  Schokolade ist braun.
Aller guten Dinge sind drei, soviel Bodenhaftung muss sein.
Obwohl meine Mütterlichkeit verlangt nach Nüssen, Pilzen, nach all dem,  was der Herbst mir schenkt, damit ich es fürsorglich verteilen kann.

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Zurückhaltung ist dabei nicht angesagt, Geborgenheit und Häuslichkeit stehen oben an, die will ich empfangen, die will ich geben.
Schwaches Selbstgefühl, nein, ich schaue zum Himmel, kein braunes Licht im Regenbogen, was solls?

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Ich unterdrücke auch keine Gefühle und sage frei heraus,  ich halte es wie die Chinesen und braun für ein Zeichen von Eleganz, Tiefe, Schwere und Stabilität.

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Grau

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Nein, meine Lieben, wir kommen nicht drumherum, die grauen Tage haben begonnen, dunkles Grau steht für Trübsal, sagt man. Ich mag diese Farbe und bin in ihr gern vorsichtig, schüchtern und neutral sowieso, vieles eben, nur keine graue Maus. Und ohne Depressionen. Na, zu mindestens in einer manischen Phase. Ja, ich weiß,  damit scherzt man nicht, sonst graut es euch vor mir.
Immer kann ich mich aber nicht in Grauzonen, dem Grenzbereich zwischen Weiß und Schwarz aufhalten. Sei ich damit nun im Recht oder Unrecht. Hier bekenne ich Farbe, hier bekenne ich mich zu grau.
Zum Glück ist da noch dieser Silberstreif am Horizont im hellsten Grau der Hoffnung.
Seht ihr nun schon wieder schwarz statt grau,seid ihr dem negativen Beigeschmack des Grauens an sich auf den Leim gegangen.
In den USA haben ganze Viertel mit hoher Arbeitslosigkeit den Beinamen gray Areas ,graue Zone.
Hier und heute nur ich.
Grau,  die Mischung zwischen Licht und Finsternis wird in der Kunst gern zur Darstellung von Geistern genutzt.
Weiß, das Leben; Schwarz, der Tod und Grau der Zustand dazwischen. Schwebend, fliegend muss er sein dieser Zustand, weich, wie mein  Silberhaar, das ich inzwischen sehr liebe. Ich trauere den Zeiten hinterher, in denen man für sein Alter verehrt wurde, denn dafür steht graues Haar nun einmal. In was für eine grausame Welt sind wir geraten? Auch der Mensch zum Wegwerfen in einer Wegwerfgessellschaft?  Auf einer sich mit immer mehr eigentlich-nicht-haben- müssen – Dingen befüllenden Erde?
Wofür grau alles steht und dann soll es langweilig sein!

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Grau,  wie der Birkenstamm vor meinem Haus.
Ich mag beide, den Stamm und die Farbe grau.

Rosa

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Die einheimischen Wildrosen mit ihren zartfarbenen Blüten haben der Farbe den Namen weitergegeben.
Aus den mittelhochdeutschen Wörtern rõsel(n)var, rõsîn, rõse(n)rot entstand nach und nach der nun gebräuchliche Farbname.
Zuerst in der Mitte des 18.Jh.  in neuhochdeutsch als rosenfarben und rosenrot. Rosenrot ist also keinesfalls das dunkle Rot der Edelrose, sondern die zarte Wildrosenfarbe – rosa.
Das lässt mir das bekannte Grimm’sche Märchen in ganz anderem Licht erscheinen. Dachte ich mir doch immer 2 Edelrosen in Weiß und Dunkelrot vorm Haus. Mitnichten also. Zwei Wildrosenbüsche, einer Schneeweiß, einer eben Rosenrot standen vor der ärmlichen Hütte. Was auch logisch ist in Bezug auf die Hagebutten. Wer von Beeren und Pilzen leben muss,  braucht diese wertvollen Früchte der Wildrosen. Das Märchen hängt unten an, für alle die es wieder einmal lesen möchten.
Der lateinische Name der Edelrose – rosa – wurde später als Farbname direkt in’s Deutsche übernommen.
Anfangs nur im Zusammenhang mit anderen Wörtern, z.B. Rosakleid,  dann als eigenständiges Wort für diese optimistische Farbe.
Rosa steht für Erfreuliches.
Wir sehnen uns nach „rosigen Zeiten“.
Weiterführend steht rosa auch für Unrealistisches,  Verklärtes.
Dann sehen wir alles durch die rosarote Brille.
Sanft, weich ist dieser Farbton.

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Auf die Geschlechterspezifik bin ich schon bei Rot und Lila eingegangen.
Hinzufügen möchte ich, dass die Wahl von Pastellfarben für Babybekleidung ursprünglich mit dem häufigen Waschen und dem damit verbundenen Ausbleichen dieser Wäschestücke in Zusammenhang steht.
Ausgewaschen wirkende Farbtöne verblassen weniger.
Rosa haben sich auch die Homosexuellen zur Farbe gewählt.  Im 3.Reich mussten Homosexuelle in den KZ’s rosa Dreiecke tragen. Rosa von Praunheim verweist mit seinem Namen stolz auf seine sexuelle Ausrichtung.
In der christlichen Liturgie spielt rosa keine große Rolle. Rosa als aufgehelltes Violett weist auf Vorfreude hin.
Ein Überschuss an Rosa lässt auf einen Hang zur Schwärmerei schließen.
Auch in vielen weiblichen Vornamen findet sich die,vor allem bei Frauen beliebte, Farbe wieder. Wir alle kennen Rosamunde.
Rosa steht für Introvertiertheit und Zärtlichkeit.
Es gibt verschiedene Abstufungen der Farbe.
– Altrosa,
– Hell- bzw. Lichtrosa und natürlich
– Dunkelrosa bis hin zu Pink.
In England ist diese Farbe Lebensgefühl.
Also “ Think pink „.

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Weiß

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Weiß ist keine Farbe, sondern die Summe aller Farben des Lichts.
Diese reine Farbe steht auch für die Reinheit, für das Vollkommene, das Ideale, die Unschuld und die Unendlichkeit.
Weiß deutet auf Gottnähe hin.
Zeus nähert sich Europa als weißer Stier, Leda begattet er in Gestalt eines weißen Schwans.
Die weiße Taube steht für den heiligen Geist und für Frieden, Christus ist das weiße Lamm.
Die weiße Lilie, die Marienlilie steht für die unbefleckte Empfängnis.
Weiß ist die ranghöchste Farbe des Christentums, der Papst trägt sie.
Afrikanische Stammesmitglieder bemalen ihre Körper mit weißer Farbe um so in Kontakt mit jenseitigen Geistern treten zu können.
In China ist Weiß die Farbe der Trauer, als einziges Volk im westlichen Kulturkreis tragen die Sorben weiße Trauerkleidung.
Schwenkt jemand die weiße Fahne kapituliert er und begibt sich in die Obhut und Sicherheit der reinsten aller Farben, weiß.

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Violett / Lila

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Die Farbbezeichnung lila gibt es erst seit dem Mittelalter.
Die Kreuzzügler brachten das arabische Wort für Flieder – Lilas – mit.
So wurde aus Violett,  dem aus dem Französischen stammenden Wort für Veilchen ( Violette ) , Lila.
Vorher wurde dieser Farbton oft, je nach Region, für Rot oder Blau, je nach Schattierung, ausgegeben.  Daher stammt auch die regional unterschiedliche Benennung ein und desselben Gerichtes, Rotkraut – und oder Blaukraut.
Die Farbe gilt als geheimnisvoll, steht aber auch für Unzufriedenheit.
In der Farbberatung wiederum steht lila für Selbstvertrauen und Individualität.
Es gilt als charmant, beruhigend und melancholisch.  Die Redewendung „Lila,  der letzte Versuch.“ stammt daher.
In der christlichen Kirche ist lila hohen Würdenträgern vorbehalten.
Dort findet es Verwendung in der Advents- und Fastenzeit und stellt Besinnung, Buße, Ein- und Umkehr dar.
Die Feministinen der 1920ziger Jahre nutzten die Farbe lila zur Gleichstellung der Geschlechter.
Rot, die Farbe des Kriegsgottes Mars,  stand lange Zeit als männliche Farbe und wechselte in dieser Zeit die Geschlechter mit Blau.
Das Blau des Marienmantels,  Sinnbild des Weiblichen, wechselte in die Farbe rot.
Dies stellten die Feministinen mit dem Mischen der beiden Farben in Lila dar.
Und auch die Bibel kennt die erste „Feministin“ mit „ähnlich“ klingenden Namen – Lilith. Für mich ist sie nicht der kindermeuchelnde Dämon.
Zu ihr fühle ich mich hingezogen, die Farbe lila oder violett meide ich möglichst.

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