Archiv der Kategorie: lieblingsspeisen

Schneeweißchen und Rosenrot oder bei dem Wetter braucht man eine warme Suppe

Allen ist es bekannt – das Märchen von den zwei gleich guten und schönen Schwestern Schneeweißchen und Rosenrot.
Zum Symbol ihrer schwesterlichen Liebe stehen zwei Rosenbüsche vor der Hütte in der sie mit ihrer Mutter leben. Einer weiß, einer rosenrot – rosa also – denn für rosa steht in den vergangenen Zeiten das Wort rosenrot.
So sind es sicher auch keine Edelrosenbäumchen die da vor der Hütte wachsen,  sondern Wildrosen –  Hagebutten.
Was auch viel logischer ist, bedenkt man die Armut der Hütte und ihrer Bewohner. Die Hagebutten sind gleichzeitig wichtige Ergänzung des einfaches Mahles. Schönheit und Nützlichkeit vereint also, wie bei den beiden Schwestern Schönheit und Güte beieinander sind.
Zwei gleich gute und schöne Schwestern – das ist die Besonderheit in diesem Märchen.
Die anderen gleichgeschlechtlichen Geschwisterpaare haben einen mit gut und einen mit böse besetzten Part.
Am bekanntesten zu lesen in „Aschenputtel“, weniger bekannt, jedoch von märchenhafter Schönheit ist die Geschichte von „Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein“.
Bei ihren Ausflügen in den Wald begegnen Schneeweißchen und Rosenrot einem bösem Zwerg, der Tieren Schätze entreißen will und dabei in Gefahr gerät und dem sie trotz seiner Boshaftigkeit Hilfe leisten.
Von einem ihrer Streifzüge bringen sie gesammelte Pilze mit.
Gewiss hat ihnen ihre gütige Mutter daraus eine die Winterkälte vertreibende, wohlschmeckende Suppe bereitet, so wie ich es heute aus unseren gesammelten Pilzen tue.

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Am Vorabend weiche ich dafür eine größere Menge getrockneter Pilze in kaltem Wasser ein.
Über Nacht ziehen diese im Wasser und geben ihm dunkle Farbe und intensiven Pilzgeschmack.
In einem größeren Topf lasse ich Butter zerlaufen und bereite durch hinzugeben von Mehl eine Mehlschwitze zu.

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Das geschieht bei kleinster Temperatur damit nichts anbrennt.
Wenn die Butter und das Mehl sich cremig verbunden haben, gebe ich löffelweise,  zuerst in kleineren Mengen, dann mehr,  die Pilzbrühe hinzu.

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Immer dabei mit dem Schneebesen weiter rühren, damit sich keine Klümpchen bilden.
Zum Schluss die eingeweichten Pilze hineingeben und aufkochen lassen.

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Zum würzen verwende ich gekörnte Hühnerbrühe, Salz,  Pfeffer und ein klein wenig Muskat. Auch ein ganz kleiner Schluck Sherry schmeckt in dieser Suppe prächtig.
Wenn dies alles drin ist, mixe ich mit dem Pürrierstab auf, die so zerkleinerten Pilze intensivieren den Geschmack der Suppe.

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Eine cremige, nach Waldpilzen duftende und schmeckende Suppe ist entstanden, der ich mit dem Hinzugeben süßer Sahne den letzten, runden Geschmack gebe.

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Die beiden Schwestern ließen im Winter einen Bären in ihre Hütte, dem sie den Schnee aus seinem Fell klopften.
„Schneeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier tot.“, brummte der Bär freundlich dazu.
Als er im Frühjahr wieder in die Wälder zog, riß sein Fell ein wenig und darunter, so schien es, schimmerte Gold.
Später treffen die Mädchen im Wald wieder auf den Zwerg, dessen Zauberkraft sie durch das Abschneiden seines Bartes besiegen und der Bär tötet schließlich den Zwerg.
Ist das Abschneiden der Barthaare ein Hinweis auf die biblische Geschichte von Samson,  dem seine Geliebte Delila die Kraft raubte, indem sie ihm die Haare abschnitt?
Auch hier ist mit dem Abschneiden der Haare die Zauberkraft erloschen und der in einen Bären verwunschene Prinz erhält seine menschliche Gestalt zurück.
Er freit Schneeweißchen, sein Bruder Rosenrot und zu ihrer Hochzeit gab es meine vorzügliche Waldpilzsuppe.

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Das Märchen ist aus, da rennt eine Maus.
Wer sie fängt darf sich aus ihrem Fell ein Pelzchen machen.
Das jedoch ist schon wieder ein anderes Märchen.
Für alle die Schneeweißchen und Rosenrot wieder einmal lesen wollen, folgt über dem Artikel ein Link.

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Alle Jahre wieder…

Das traditionelle Weihnachtsessen in unseren Breiten ist am Heiligabend sächsischer Kartoffelsalat und Bratwurst.
Am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es dann Gans, Rotkohl und grüne Klöße.
Nur ein paar Kilometer weiter im Erzgebirge isst man am Heilig Abend „Neunerlei“ . Jedes der neun Gerichte steht für einen guten Wunsch.
Seitdem unsere Kinder erwachsen sind, ist das bei uns etwas anders.
Da unsere Tochter an den Feiertagen oft arbeitet, ist der Heiligabend unser intimstes Familienfest.
Unser großes Weihnachtsessen findet auch in diesem Jahr am Heiligabend statt.
Da unsere Schaukelinhaberin noch klein ist und entspannt mit uns den Abend geniessen soll, feiern wir in diesem Jahr zum ersten Mal den Heilig Abend im Haushalt unserer Tochter.
Am späten Nachmittag fahren wir alle gemeinsam in unsere nahe gelegene Heimatstadt und besuchen dort die Weihnachtsvesper.
Wir sind keine gläubigen Christen.
Die feierliche Atmosphäre und das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern in der evangelischen Kirche unseres kleinen Heimatstädtchens schätzen wir jedoch sehr.

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Es gibt mir ein Gefühl der Verbundenheit mit meiner Heimat, führt mich zurück in meine Kindheit, gibt mir die Gelegenheit zum Innehalten.
Weihnachten ist für mich kein kommerzielles Fest, sondern eine Feier des Lichts, des aufeinander zugehens und der offenen Tore.

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Die gegenseitigen Geschenke sind  Aufmerksamkeiten und Zeichen der Wertschätzung des Anderen.
Sie gehören zum familiären Weihnachtsfest, sind jedoch nicht der Mittelpunkt.
Der Zusammenhalt meiner Familie ist mir das Wichtigste in meinem Leben und so genießen wir einen gemeinsam verbrachten Tag, zu dem auch ein Festessen gehört.
Bei uns gibt es am Weihnachtsabend Hase.
Kaninchenbraten mit Rotkohl und grünen Klößen.
Das Essen bereite ich gemeinsam mit dem Gärtnergatten vor und wir nehmen es zur Tochter mit.
Unser Sohn und meine Frau Mutter sind selbstverständlich dabei.
Das Rotkraut habe ich zubereitet,  genauso die Vorsuppe und das Dessert.
Spezialist für den Hasenbraten ist der Gärtnergatte und hier kommt sein Rezept.
Es ist das Beste der Welt.
Beginnen wir drei Tage vor Heilig Abend.

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Wir brauchen einen Eimer, 4 Liter Buttermilch, Pfeffer, edelsüßen Paprika, Bautzener Senf, Knoblauch in rauhen Mengen und natürlich Kaninchen.
Eine große Tüte kommt in den Eimer und los geht’s.
Die Hasen werden zerlegt und die einzelnen Teile werden mit reichlich Senf bestrichen und gepfeffert.

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Ein leichter Hauch von edelsüßen Paprika kommt dazu, nur ganz, ganz wenig davon.
Der Gärtnergatte schält eine ganze, große, frische Knoblauchknolle

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und nun kommen die Hasenteile gemeinsam mit dem Knoblauch in den Eimer und werden in Buttermilch 48 Stunden mariniert.

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Gelegentlich wenden, damit die Teile gut durchziehen.
Es duftet schon unglaublich dabei.
Am Abend des 23.Dezembers beginnt die große Küchenschlacht.

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Die Hasenteile werden aus der Marinade genommen, trockengetupft und gesalzen.
Wurzelgemüse und Zwiebeln hackt der Oberbefehlshaber, einer muss es ja sein, in Windeseile höchstselbst in grobe Stücke.

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In einer großen, besser gesagt in zwei großen Pfannen wird das Gemüse in Butterschmalz und ein wenig Öl angeröstet.

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Dann kommen die Hasenteile dazu und werden von beiden Seiten knusprig angebraten.
Ich bin beratender und probierender Beobachter, mein Dienstgrad ist nicht genauer festgelegt, und sehe dem ganzen Kochtheater aus der ersten Reihe bei einem Schluck besten Weihnachtsbieres gelassen zu.

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Es brutzelt und zischt, broddelt und dampft und duftet, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft.
Nebenher laufen unsere liebsten Lieder der 80er Jahre und wir sind gemeinsam in bester Weihnachtsstimmung.
Die angebratenen Hasenteile werden noch einmal aus der Pfanne genommen.

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Sehen sie nicht zum Anbeißen aus?
Das Röstgemüse ist noch in der Pfanne und dort bleibt es auch, den Bratensatz löst der Gärtnergatte mit dunklem Soßenfound und schafft damit die Basis für die Soße.
Einkochen lassen und mit der Buttermilch der Marinade auffüllen.

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In diese köstliche Soßengrundlage kommt nun der angebratene Hase wieder hinein.
Noch einmal kommen einige Knoblauchzehen dazu und ein paar getrocknete Steinpilze.

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Die fertig gefüllten Pfannen verströmen aromatische Düfte und meine Vorfreude auf den Heiligen Abend steigt ins Unermessliche.

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Deckel drauf, Glück auf.
Beide Pfannen kommen nun mit geschlossenem Deckel für mindestens zwei Stunden bei 180 Grad Umluft in den Backofen.

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Zeit genug, die Küche wieder in einen betretbaren Zustand zurückzuversetzen.
Das ist mein Einsatz. Der Gärtnergatte erholt sich in der Zwischenzeit beim Lauf.
Der Hase ruht und zieht über Nacht in seiner gehaltvollen Soße gut durch.
Am Morgen des Heiligen Abends frühstücken wir in aller Ruhe genüsslich.
Mit hungrigen Magen kann die Fertigstellung des Gerichts nicht erfolgen. Der verlockende Duft würde unweigerlich zum Verzehr führen.
Nachdem wir satt sind beginnt der Meisterkoch mit den letzten Vorbereitungen.
Nocheinmal kommen die Hasenteile aus der Pfanne.
Ihr Anblick ist sehr verlockend.

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Der letzte Arbeitsgang ist die Fertigstellung der Soße.
Dazu wird sie gesiebt und mit kleinen kalten Butterstückchen abgezogen.
Noch ein Schlückchen süße Sahne zur Geschmacksverfeinerung dazu.
Fertig.

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Alles wird verpackt und nun noch uns selbst schick gemacht, damit wir am festlich gedeckten Tisch mit den Anderen um die Wette strahlen können.

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Der Hase wird einfach noch einmal für eine halbe Stunde zum Erwärmen in den Backofen geschoben und dann serviert.

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Himmlisch.

Wintergerichte – Rouladen

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Während ich im Sommer gern auch auf Fleisch verzichten kann, oder mir Gegrilltes schmeckt, finde ich zum Winter gehören Braten mit Soßen.
Herzhaftes Essen, das mit seinem deftigen Geschmack die draußen herrschende Kälte und Dunkelheit  vergessen macht.
Ein Klassiker der deutschen Küche sind Rouladen.
Da ich Rotkraut schon portionsweise eingefroren habe, ist dieses Sonntagsessen auch nicht mehr allzu aufwendig zu bereiten.
Denn das es zu den Rouladen Rotkraut und grüne Klöße gibt steht fest.
Das ist bei uns ungeschriebenes Gesetzt.
Für die Rouladen brauche ich

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geschnittene Fleischscheiben aus der Rinderkeule,
Zwiebeln ,
Schinkenspeck,
Senf,
Salz,
Pfeffer,
getrocknete Pilze,
Butterschmalz.
Die gewaschenen und trockengetupften Fleischscheiben werden mit Senf eingestichen. Hierfür verwende ich einen mittelscharfen Bautzener Senf, den ich nur weiterempfehlen kann. Seine feine Würze ist unerreicht von anderen Senfsorten. Die eingestrichenen Scheiben werden mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit geschnittenen Zwiebelstückchen und Speckwürfeln belegt.

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Womit man die Rouladen noch alles füllen kann…darüber gibt es viele Ansichten. Für mich ist das die wohlschmeckenste Variante.
Die Scheiben werden nun um die Füllung herum zusammengerollt und mit speziellen Rouladennadeln zusammengehalten.
In der Zwischenzeit habe ich das Butterschmalz stark erhitzt und gebe nun die Rouladen hinein.
Es zieht ein Duft durch’s Haus der auch dem schlimmsten Schmuddelwetter eine Spur Gemütlichkeit einhaucht. Hmmm. So roch es bei uns zu Hause an Sonntagen, wenn meine Frau Mutter für uns kochte. Ich fühle mich wohl, wenn ich daran zurück denke.

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Wenn die Rouladen kräftig angebraten sind, wende ich sie und nun kommen die restlichen Zwiebeln und noch ein paar Speckwürfel hinzu. Markknochen können dazu, sie geben der Soße einen guten Geschmack. Da ich sie vergessen habe, muss es diesmal ohne gehen.
Die Zwiebeln werden angeröstet.

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Ist das erfolgt, lösche ich mit reichlich Rotwein ab und fülle mit Rinderfond auf.
Für ein gutes Gelingen der Rouladen braucht man drei Dinge.
Gute Zutaten, Geduld beim Anbraten und viel Flüssigkeit.
Und ein Lied. Momentan singe ich zu gern „Morgen Kinder wird’s was geben…“. Eines meiner liebsten Weihnachtslieder.

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Ganz wie nebenbei geht’s mit dem Kochen weiter. Ich gebe noch eine reichliche handvoll getrocknete Steinpilze dazu.
Dafür verzichte ich auf die Zugabe anderer Kräuter, wie z.B.Thymian.
Die Pilze geben dem Gericht einen intensiven Geschmack und zusätzlich der Soße ein wundervoll dunkle, kräftige Farbe.
Der Duft des Gerichts wird immer verführerischer.

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Da ich die Rouladen im Schnellkochtopf angebraten habe, muss ich nun nur noch den Deckel schließen und das Ganze ca. 40 Minuten schmoren lassen.
Sieht es beim Öffnen des Deckels so aus ist alles in Ordnung.

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Rouladen lassen sich gut vorbereiten und auch das Einfrieren ist ohne das sie an Geschmack verlieren möglich.

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Morgen Kinder wird’s was geben…
Ich bereite die Rouladen meist schon am Samstag zu.
So bleibt am Sonntagmorgen Zeit für gemeinsames Träumen in den Tag hinein.
Wann, wenn nicht jetzt?
Das Weihnachtslied ist unten zu hören.
Wenn ihr mögt, singt mit.

Rotkohl bleibt Rotkohl und Brautkleid bleibt Brautkleid…

…oder lieber
Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid?

Zum Hochzeitsessen gibt es sicher in vielen Regionen dieses beliebte Gericht.
Abhängig von der jeweiligen Region heißt es Blaukraut oder Rotkohl obwohl seine eigentliche Farbe lila ist.
Da lila bis zum Mittelalter als Farbe nicht bekannt war – erst als die Kreuzzügler den Flieder in unsere Gefilde brachten, entstand das Wort für diese Farbe (Im Arabischen heißt Flieder – Lilak.) – hieß der Kohl eben Blau-oder Rotkohl.
Seine Farbe richtet sich, wie bei den Hortensien auch, nach dem ph- Wert des Bodens.
Sauerer Boden lässt den Kohl rötlich werden, basischer Boden verstärkt den Blauton in dem Wintergemüse, das auch einen hohen Vitamin C Gehalt hat und deswegen auch als Rohkost ein wichtiger Vitaminlieferant ist.
Beim Kochen verliert sich das Vitamin C.
Wer auf eine basische Ernährung achtet, sollte dem Kohl Haushaltsnatron hinzugeben. Dadurch wird der Kohl auch wieder bläulich.
Gibt man Essig hinzu, verfärbt er sich wieder rötlich, das Gericht erhält dann einen sauern pH Wert.
Ich will ihn nun aber wirklich auch zubereiten und nicht nur über ihn reden.
Zu Braten, die in der kalten Jahreszeit besonders gut schmecken, ist er eine beliebte Beilage.
Deshalb koche ich eine größere Menge, die ich dann portionsweise einfriere.
Der Rotkohl schmeckt umso besser, je öfter er aufgewärmt wird.

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Ich benötige:
1 Rotkraut
3 Zitronen
2 große Äpfel
2 große Zwiebeln
100 g kleingewürfelten Schinkenspeck
Gänseschmalz
Schwarze Johannisbeermarmelade
Zucker
Salz
Pfefferkörner und
Gewürznelken.
In einem großen Topf zerlassen ich das Gänsefett, es gibt dem Rotkraut einem herzhaften Geschmack und lässt es glänzen.

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In dem zerlassenen Fett brate ich den Schinkenspeck an.

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Wenn der Speck schön angeröstet ist, gebe ich nach und nach das klein geschnittene Rotkraut hinein.

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Beim Schneiden ist der Saft über meine Hände gelaufen, die nun waschecht lila gefärbt sind. Das geht so leicht nicht wieder ab.
Außer mit

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Zitrone.
Die Zitronen habe ich halbiert und drücke den Saft und auch das Fruchtfleisch direkt ins Rotkraut hinein, wieder läuft dabei der Saft,  diesmal der von Zitronen,  über meine Hände. Er beseitigt die vom Rotkraut schneiden vorhandenen Verfärbungen vollständig.

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Trara…alles wieder sauber.
Nun kommen die geschälten Äpfel dazu sowie Salz und Zucker nach Geschmack. Die Pfefferkörner habe ich in einen Teebeutel gefüllt, so können sie besser wieder entfernt werden.

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Wem die Zitrone zum Säuern nicht ausreicht, der kann auch noch etwas Essigessenz oder Rotweinessig dazu geben.
Die Zwieben habe ich mit den Gewürznelken gespickt, so lassen sie sich nach der Zubereitung gut entfernen und niemand beißt beim Essen darauf.

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Die gespickten Zwiebeln kommen noch in den Topf, die Johannisbeermarmelade ist auch schon drin und gibt dem Kraut eine schöne fruchtige Note.

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Das Ganze köchelt jetzt bei kleiner Hitze eine Stunde vor sich hin . Dann lasse ich das Kraut erkalten und wärme es erneut auf, es zieht so gut durch.
Wenn es wieder abgekühlt ist, friere ich das Rotkraut portionsweise ein,  bei Bedarf taue ich einfach eine Portion auf.
Eine kleine Kostprobe ist erlaubt und für mich muss genauso ein deftiges Rotkraut schmecken.

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Süß-sauer, nach Nelken und Äpfeln, fruchtig und dennoch herzhaft.
Zu den nächsten Rouladen schmeckt es sicher sehr gut.

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Hex – Hex

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Hexen kennen sich mit Kräutern aus.
Bevor mit der Christianisierung die Hexenverfolgung begann, galt die Bezeichnung Hexe kultisch tätigen Personen und Menschen mit besonderen Wissen.
Gutes liegt für mich in solchem Wesen.
Kult will ich heute betreiben und das besondere Wissen dazu habe ich mir angelesen.
Dann mal los, hex-hex.
Ich hole meine getrocknete Schokopfefferminze und die Zitronenmelisse zur Verarbeitung in’s Haus.
Aus ihnen bereite ich mir die Basis für einen Tee, den ich plane.
Ein Tee für den Abend soll es werden, der wohlschmeckend beruhigt und leichte Kopfschmerzen vom Alltagsstreß vertreibt.

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Die Pfefferminze ist eine erst seit dem 17.Jahrhundert bekannte Minzsorte, entstanden durch eine zufällige Kreuzung, deshalb findet sie in frühen Aufzeichnungen keine Erwähnung. Vorher sind nur andere Minzsorten bekannt.
Das steht alles schon im Blog auf der Seite Pfefferminze.
Das wohlschmeckende Kraut hilft u.a. auch gegen leichte Kopfschmerzen.
Ich rebble die Blätter von den Stielen, der Duft der mich dabei umgibt ist gesättigt von den ätherischen Ölen der Pflanze, riecht frisch und leicht scharf, macht spontan das Gefühl besser atmen zu können.

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Die übrig gebliebenen Stiele schneide ich in kleine Stückchen und mische alles zusammen.

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Den gebrauchsfertigen Tee fülle ich in Säckchen um, die luftdicht verschlossen werden. Das Aroma soll im Tee bleiben.

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Mit der Melisse verfahre ich im Anschluß daran genauso.
Der wundervoll zitronige Duft, der beim
rebbeln der Blätter entsteht, macht ihrem Beinamen Zitronenmelisse alle Ehre.
Auch zur Zitronenmelisse gibt es eine Seite im Blog.
Ihr Wohlgeschmack und ihre das Einschlafen fördernde Wirkung sind Eigenschaften,  die ich für meinen Abendtee wünsche.
Auch sie wird in kleinen Säckchen luftdicht und gebrauchsfertig verpackt.
Mittlerweile riecht es bei mir wie in einer Hexenküche, würzig, aromatisch, Räucherkerzeln sind heute völlig überflüssig.
Schon vor einer Weile habe ich einige Gartenrosen und Rosmarinnadeln getrocknet.
So sehen die Schönheiten jetzt aus.

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Dahinter liegen getrocknete Lavendelblüten.
Rosenblütentee ist keinesfalls nur ein Genußtee, er wirkt ebenfalls leicht beruhigend und hilft auch gegen Kopfschmerzen. Rosenblütentee ist gut für Herz und Seele und unterstützt den Darm. Die schöne Farbe der Blätter wertet den Tee zusätzlich optisch auf.
Rosmarin im geringen Maße ist nicht nur wohlschmeckend sondern auch gut gegen Konzentrationsstörungen. Dieser Tee wirkt leicht anregend, trotzdem kommt er in geringen Mengen in meinen Abendtee, seiner Wirkung gegen Kopfschmerzen wegen.
Lavendel duftet mir entgegen und vertreibt ebendiese allein schon mit seinem Geruch. Lavendeltee hilft auch gegen Einschlafstörungen, Nervosität und Unruhe und, wie gesagt, gegen Kopfschmerzen.
Die zerkleinerten Bestandteile der Blüten und Nadeln verpacke ich ebenfalls luftdicht.

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In meinen Tee kommt auch Johanniskraut, das mit seiner stimmungsaufhellenden Wirkung in der kalten, dunklen Jahreszeit nicht fehlen darf. Die getrockneten gelben Blüten sollen die Sonne und ihre erhellende Kraft gespeichert haben.
Auch zum Johanniskraut findet sich eine eigene Seite im Blog, ebenso wie zum Rosmarin und zum Lavendel. Zum Lesen der Seiten bitte einfach auf Menue klicken.
Hier greife ich auf eine Heilteemischung zurück, die ich öffne und am Ende unter die Teemischung gebe.

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Ringelblume verwendet man gegen Einschlafstörungen,  bei Kopfschmerzen und Schwindelanfällen. Auch bei Schleimhautentzündungen im Mundbereich hilft die goldgelbe Blume. Tee der Ringelblume hilft Frauen bei Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrserscheinungen und er soll die Fruchtbarkeit steigern. So eine Hexe braucht schließlich Nachwuchs. Natürlich kann er auch von Männern unbedenklich getrunken werden. Hier habe ich mir in der Apotheke ein Päckchen getrockneter Blütenblätter gekauft.

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Meine anderen Teesäckchen sind eine Ausbeute des Sommers im Garten und riechen und schmecken danach.

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Bis zu ihrer weiteren Mischung und Verwendung zum Abendtee lagere ich sie in einer Blechdose.
So bleiben Duft und Geschmack erhalten.

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Frisch gemischt mache ich mir dann noch einmal Teeportionen nach Lust und Laune.
Diese Menge ist ganz schön viel für eine Person.
Ich habe da eine Idee, eine Neujahrsüberraschung.
Hex-hex.

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Rosenkohl, mal anders…

Rosenkohl ist eine Kohlart mit hohem Stamm an dem sich in den Blattwinkeln die kleinen rosenartigen Köpfchen befinden.
So sagt es 1911 Das Brockhaus Konversationslexikon.
Vorher war die Kohlsorte unter dem Namen Brüsseler Kohl bekannt.
Erste Belege über den Anbau des Wintergemüses existieren seit 1587 in den spanischen Niederlanden, dem heutigen Belgien.
Seit ca. 1785 ziehen die Belgier den Kohl aus einer Wildsorte, die römische Legionäre über die Alpen brachten.
1821 wird der Brüssler Kohl das erste Mal botanisch erwähnt und beginnt seinen Siegeszug.
Das Gemüse erfreut sich großer Beliebtheit und sein Geschmack wird durch Fröste bis unter minus zehn Grad nur besser.
Die kleinen Weißköhlchen,  so sagte meine Tochter immer als sie noch klein war, sind reich an Mineral- und Ballaststoffen.
Rosenkohl hat die Vitamine A, B2 und C in sich und ist eine gesunde Ergänzung des winterlichen Speiseplans.
Vor kurzem besuchte ich den Blog des von mir sehr geschätzten Herrn Toettchen
http://toettchen.eu/
und fand dort ein Rosenkohlrezept. In meinem Kommentar dazu erwähnte ich, dass meine Frau Schwiegermutter den Kohl auch sauer einlegt und Herr Toettchen meinte, ich solle doch das Rezept dazu vorstellen.
Wenn ich ihm damit eine Freude machen kann…gern.
Und schon geht es los.

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Dazu brauche ich:
Rosenkohl,
Zucker,
Salz,
Pfefferkörner,
Wachholderbeeren,
Lorbeerblätter,
Zwiebeln und
Essigessenz,
Der Rosenkohl wird geputzt

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und in einen großen Topf gegeben. Die Zwieben in Ringe schneiden,

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die ruhig etwas gröber sein können.
Die sauren Zwiebelringe schmecken auch sehr gut.
Zu dem Rosenkohl kommen nun die o.g. Gewürze. Eine Mengenangabe ist hier schwierig.

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Wenn das Wasser dazu gegeben ist, muss die Lauge leicht überwürzt schmecken, der Kohl „schluckt“ dann einiges.
Genau so verfahre ich auch mit der Zugabe der Essigessenz.

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Meine Frau Schwiegermutter sagt so:“der Sud muss nach Essig riechen“.
Das Ganze wird nun schnell zum Aufkochen gebracht, dann lasse ich es für drei Minuten auf kleiner Flamme ziehen.
Fertig.
Noch heiß in die vorbereiteten sauberen Gläser füllen, Deckel drauf, Glück auf.
So ist die winterliche, saure Beigabe zum Abendbrot gleichzeitig haltbar gemacht.
Der Genuss der saueren Delikatesse ist so köstlich, wie es die Rose schön ist.

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Voilà, saurer Rosenkohl.

Wärme

Die Adventssonntage begehen wir möglichst still.
Trubel gibt es sonst das ganze Jahr zur Genüge.
Am Sonntag schlafe ich gerne lang, was meinem Gärtnergatten den Genuß eines ruhigen Morgens verschafft.
Wenn ich die Treppen herunter geschlichen komme, ich bin und bleibe ein Morgenmuffel, brennt im Kamin schon am Morgen ein gemütliches Feuer und es duftet nach Weihnachten und meinem Lieblingstee.

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Für so viel liebevolle Sorgfalt revanchiere ich mich mit einem Mittagsessen, das den Wünschen des Gärtnergatten entspricht.
Er liebt Schnitzel. Deren Zubereitung ist zu Genüge bekannt.
Das Fleisch klopfen, mehlieren und dann in geschlagenem, gewürzten Ei wenden und anschließend in Semmelmehl wälzen.

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In Butterschmalz goldgelb braten.

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Aus dem übrigen Ei, mache ich ein Omelette, welches über das Schnitzel gegeben,  köstlich schmeckt.
Dazu das Ei noch einmal mit der Gabel locker aufschlagen, Pfeffer und Salz sind schon vom panieren der Schnitzel  drin und goldgelb braten.

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Zur Gemüsebeilage gibt es des Gärtnergatten Lieblingsgemüse – Schwarzwurzel.
Die dunklen, schwer zu putzenden Stangen (unbedingt Handschuhe dabei tragen) sind von Oktober bis April im Handel zu erhalten. Ihr nussiger Geschmack macht sie trotz des aufwendigen Schälens zum beliebten Wintergemüse dessen hoher Eisengehalt für Vitalität in der dunklen Jahreszeit sorgt. Ich greife heute auf eine Konserve zurück.
Die Schwarzwurzel ist in den Gläsern natürlich schon geschält und blanchiert.
Ich gebe die Stücke, nachdem ich sie habe gut abtropfen lassen in einen Tiegel mit heißer, schon leicht gebräunter Butter und röste das Gemüse an. Salz und Pfeffer dazu und die Schwarzwurzel weiter braten.

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Wenn sie leicht gebräunt ist, gebe ich den Saft einer 1/2 Zitrone dazu, schwenken und nun kommen ungefähr 2 -3 Eßlöffel Semmelbröseln hinein. Diese nehmen den Geschmack der Zitronenbutter auf und geben ihn an das Wintergemüse weiter.
Kalorien sparen können wir im Sommer wieder. Dem Grau und der Kälte draußen muss mit deftigem Essen zu Leibe gerückt werden.

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Dazu gibt es Salzkartoffeln und gebräunte Butter.

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Schon brennt die 2. Adventskerze.
Wir hören zum Essen leise Weihnachtsmusik und mein Kurrendesänger schaut neugierig auf meinen Teller.

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Ein einfaches, wohlschmeckendes Adventsessen, das in einer knappen Stunde auch noch schnell zubereitet ist, besser kann ein Sonntag im Advent nicht sein.
Meinen Gästen im Garten habe ich schon am Morgen ihre Körnchen aufgefüllt und so flattern und piepsen sie durch den Garten und freuen sich wie wir der Adventszeit.

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Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr sie entdecken.
Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Adventswoche.