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Schenken

Joachim Ringelnatz

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

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Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

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Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk du selber bist.

Dieses Gedicht dürfte dem belesenen und geschätzten Herrn Ärmel
http://fotografieundtext.wordpress.com/
mehr als geläufig sein.
Wahrscheinlich ist er Knecht Rupprecht selbst.
Anders kann ich mir die große Freude, die er mir mit seiner liebevoll in feinstes Seidenpapier gehüllten und mit einer signierten Fotografie(meiner liebsten, der mir bekannten Foto’s) verschönerten Adventsgabe machte, nicht erklären.
Herzlich danke ich auch im Namen des Gärtnergatten.
Für die wunderbare Fotografie weiß ich schon den rechten Ort.
Was für eine Freude, ich danke sehr.

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Wärme

Die Adventssonntage begehen wir möglichst still.
Trubel gibt es sonst das ganze Jahr zur Genüge.
Am Sonntag schlafe ich gerne lang, was meinem Gärtnergatten den Genuß eines ruhigen Morgens verschafft.
Wenn ich die Treppen herunter geschlichen komme, ich bin und bleibe ein Morgenmuffel, brennt im Kamin schon am Morgen ein gemütliches Feuer und es duftet nach Weihnachten und meinem Lieblingstee.

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Für so viel liebevolle Sorgfalt revanchiere ich mich mit einem Mittagsessen, das den Wünschen des Gärtnergatten entspricht.
Er liebt Schnitzel. Deren Zubereitung ist zu Genüge bekannt.
Das Fleisch klopfen, mehlieren und dann in geschlagenem, gewürzten Ei wenden und anschließend in Semmelmehl wälzen.

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In Butterschmalz goldgelb braten.

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Aus dem übrigen Ei, mache ich ein Omelette, welches über das Schnitzel gegeben,  köstlich schmeckt.
Dazu das Ei noch einmal mit der Gabel locker aufschlagen, Pfeffer und Salz sind schon vom panieren der Schnitzel  drin und goldgelb braten.

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Zur Gemüsebeilage gibt es des Gärtnergatten Lieblingsgemüse – Schwarzwurzel.
Die dunklen, schwer zu putzenden Stangen (unbedingt Handschuhe dabei tragen) sind von Oktober bis April im Handel zu erhalten. Ihr nussiger Geschmack macht sie trotz des aufwendigen Schälens zum beliebten Wintergemüse dessen hoher Eisengehalt für Vitalität in der dunklen Jahreszeit sorgt. Ich greife heute auf eine Konserve zurück.
Die Schwarzwurzel ist in den Gläsern natürlich schon geschält und blanchiert.
Ich gebe die Stücke, nachdem ich sie habe gut abtropfen lassen in einen Tiegel mit heißer, schon leicht gebräunter Butter und röste das Gemüse an. Salz und Pfeffer dazu und die Schwarzwurzel weiter braten.

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Wenn sie leicht gebräunt ist, gebe ich den Saft einer 1/2 Zitrone dazu, schwenken und nun kommen ungefähr 2 -3 Eßlöffel Semmelbröseln hinein. Diese nehmen den Geschmack der Zitronenbutter auf und geben ihn an das Wintergemüse weiter.
Kalorien sparen können wir im Sommer wieder. Dem Grau und der Kälte draußen muss mit deftigem Essen zu Leibe gerückt werden.

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Dazu gibt es Salzkartoffeln und gebräunte Butter.

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Schon brennt die 2. Adventskerze.
Wir hören zum Essen leise Weihnachtsmusik und mein Kurrendesänger schaut neugierig auf meinen Teller.

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Ein einfaches, wohlschmeckendes Adventsessen, das in einer knappen Stunde auch noch schnell zubereitet ist, besser kann ein Sonntag im Advent nicht sein.
Meinen Gästen im Garten habe ich schon am Morgen ihre Körnchen aufgefüllt und so flattern und piepsen sie durch den Garten und freuen sich wie wir der Adventszeit.

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Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr sie entdecken.
Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Adventswoche.

Advent

…kommt vom lateinischen adventus und bedeutet Ankunft.
Was die Religionen daraus machten, aus der Neuankunft des Lichtes nach dieser Zeit der Dunkelheit,  die Ankunft des Erlösers zu verkünden, sei jedem frei gestellt zu glauben oder nicht.
Advent ist für mich eine Zeit der Besinnlichkeit, des Innehaltens.
Die langen, dunken Abende lassen sich mit lesen und Kaminfeuer erhellen.
Meine Geschenke, die ich am Heilig Abend an meine Liebsten verteilen möchte, habe ich darum schon fertig verpackt im Schrank. An den nun folgenden Einkaufsorgien nehme ich nicht mehr teil.
Statt dessen sitze ich gemütlich mit dem Gärtnergatten am Kamin, trinke Tee und esse Stollen.
Meine Heimat ist das Vorerzgebirge.
Hier wird im Advent drauf los geschmückt was das Zeug hält.
Auch daran nehme ich nur im geringen Umfang, aber mit ganzer Liebe teil.
Unbedingt und in jedem Haushalt vorhanden ist, bevor am Heilig Abend der Weihnachtsbaum einzieht, ein Adventsstrauß.
Ohne geht auch bei mir nicht.
Allein der Geruch von frischem Nadelgehölz, der ihm entströmt, verbreitet Adventsstimmung.
Auf meinem Gartentisch, der auch im Winter auf der Terrasse nutzbar ist, lege ich mir alles bereit.

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Meine große Tanne hat mir Zweige geliefert, das dunkle Grün lockere ich mit dem helleren Grün von Koniferenzweigen auf.
In meinem Adventsstrauß finden sich oft Weihnachtssterne. Da der Strauß vier Wochen halten soll und in der vierten Woche noch so gut wie in der ersten aussehen muss , greife ich auf Kunstblumen zurück.
Diesmal sind die Weihnachtssterne weiß und natürlich aus Sebnitz.
An den Strauß werden verschiedenste Dinge gehangen. Von kleinen Engeln über Strohsterne bis zu Schokoladenglocken ist alles möglich,  ganz wie es gefällt.
Bei mir sind es Glassteine und kleine Weihnachtsbaumkugeln.

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Die Zweige werden unten am Stil von ihren Ästchen befreit (die Ästchen hebe ich auf, daraus wird noch ein weiterer Schmuck) und kommen in eine große Vase.
Das Bild ist leicht verwackelt, es ist kalt heute und ich zittere ein bisschen in der Kälte. Die Luft ist klar und eisig, es riecht nach Schnee, auf den ich mich sehr freue.
In die Zweige hinein stecke ich die Weihnachtssterne

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und nun ziehe ich mit meiner gefüllten Vase nach drinnen um.
Den Behang dekoriere ich an Ort und Stelle, so weiß ich am Besten wie er wirkt.
Nicht vergessen darf ich die Vase mit Wasser zu füllen, in vier Wochen würden die frischen Zweige sonst vertrocknen.

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Mir gefällt mein Strauß auch so gut, aber ein bisschen mehr Chi-Chi darf es an Weihnachten schon sein und darum kommen nun die Diamanten zum Einsatz.

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Natürlich sind sie echt. Aus echtem Glas.
Meine Tochter hat im vergangenen Jahr ihre Geschenke an uns liebevoll mit kleinen Weihnachtskugeln verziert und die hübschen, kleinen Gaskugel habe ich aufgehoben und sie finden ihren Platz am Strauß und schimmern zwischen den Diamanten hervor.

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Ein kleines Glöckchen ist auch dabei, ich bin sicher die Schaukelinhaberin hat ihre Freude daran.
Im ganzen Raum verbreitet sich Tannenduft, ich mache mir eine Kerze in der Laterne an, das Räuchermännel nebelt vor sich hin und in mir breitet sich stille Ruhe aus. Und Freude auf eine besinnliche, heimelige Adventszeit, die ich euch ebenso wünsche.

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…und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen,

…zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war, dort blieb er stehen.

Matthäus 2, 1-9

Heute ist Ewigkeitssonntag.
In den evangelischen Kirchen ist er der Gedenktag der Verstorbenen.
Es ist der letzte Sonntag vor dem Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres.
Auch Totensonntag genannt,  fällt dieser Tag auf die Termine vom 20. – 26. November,  auf Grund der fixen Lage des vierten Adventssonntages.
Aber ich erzähle das nur, um von meinen Adventsstern sprechen zu können.
Hier in Sachsen ist der Ewigkeitssonntag auch der Startschuss zum Beginn des adventlichen Schmückens. Und bei dem frühen Einbruch der Dunkelheit wird es wirklich Zeit für etwas mehr Licht.
In der Adventszeit gönne ich mir dieses Jahr Bienenwachskerzen statt der normalen Kerze, die sonst auf meinem Frühstückstisch steht.
Im Erzgebirge ist geschnitzter,  handbemalter Weihnachtsschmuck beliebt.
Engelchöre trompeten, Räuchermänneln nebeln, Nussknacker erschrecken kleine Kinder.
Mir ist das ein wenig zu bunt.
Adventsdekoration gibt es bei mir natürlich auch, aber in Maßen.
Sehr liebe ich meine Herrenhuter Sterne.
Der Stern für die Außendekoration ist aus Kunststoff und weiß.
Es gibt die Sterne natürlich auch in gelb und rot,  dem Gärtnergatten und mir gefällt der schlichte Stern in edlem Weiß am Besten.
Innen leuchtet in der Adventszeit ein gelber Papierstern und verkündet die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lichtes.
Diesen Stern lieben wir besonders,  er war das letzte Geschenk meines verstorbenen Stiefvaters an uns.
Auf diese Weise ist er uns, gerade in der kommenden Advents – und Weihnachtszeit nah.
Die Herrenhuter Sterne haben eine lange Tradition.
Ihren Namen haben sie von der Herrenhuter Brüdergemeinde, die ihren Stammsitz in Herrenhut (Oberlausitz) hat.
Gegründet wurde die Gemeinde am 17.Juni 1722.
Die Kinder der in die Welt ziehenden Missionare blieben in Internaten zu Hause, dort entstanden die ersten Sterne.
1821 fand im nahe gelegenem Nisky ein Fest zum 50. Jahrestag der Anstalt statt und im Hof beleuchtete ein Stern mit 110 Zacken die Festlichkeiten.
Das Fest fand vom 4. – 6. Januar statt, also zum Dreikönigsfest.
Der Weg zum Adventsstern war noch weit.
In anderen Kirchgemeinden bestand der Weihnachtsschmuck aus Krippen, die Brudergemeinde Herrenhut zeigte in ihren schlichten Kirchen den Stern von Bethlehem, der weiter in den Internaten gebastelt wurde und nun zum ersten Advent hergestellt wurde.
Anfang des 20.Jahrhunderts begann man, auf Grund der Nachfrage,  mit der manufakturmäßigen Herstellung und dem Vertrieb des „Original Herrenhuter Stern“.
Seit den 1920 Jahren gibt es eine reduzierte Form mit 25 Zacken, die auch für die industrielle Fertigung geeignet ist.
Der Stern wird in Teile zerlegt zum Kauf angeboten.
In vielen Familie ist der aufwendige Zusammenbau ein Adventsritual.
Es gibt auch spezielle Kisten,  die eine Lagerung der zusammengebauten Sterne in den Sommermonaten ermöglichen.  Unser Vater hat uns eine solche dazu geschenkt,  so dass wir den Stern im Advent nur aufhängen und nicht jedes Jahr neu zusammenbauen müssen.
Die Einzelteile des Sternes umfassen 17 viereckige und 8 dreieckige Zacken und natürlich das zum Zusammenbau notwendige Zubehör.
Auch in der DDR wurde die „Jahresabschlussfigur“ weiter fabriziert.
Der VEB Stern stellte nach wie vor die beliebten Adventssterne her. Ab 1968 wurden sie in einem Betrieb gefertigt,  der eigentlich Elektroanlagenzubehör produzierte und waren begehrte Mangelware.
Heute stellt die Herrenhuter Stern GmbH mit 60 Mitarbeitern ca. 60 verschiedene Modelle her.
Auf jedem sächsischem Weihnachtsmarkt sind die schönen Sterne zu finden.
In vielen protestantischen Kirchen hängen die Herrenhuter Adventssterne,  teilweise noch aus der Anfangszeit der Produktion und haben damit manchmal ein Alter von 80 Jahren und schon einige Weihnachtsfeste gesehen.
Auch in den Missionarsorten in Südafrika sind die Herrenhuter Sterne nach wie vor zu Hause.
Und einer hängt nun wieder bei mir unterm Dach und wartet auf sein erstes Leuchten am nächsten Sonntag.

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Noblesse oblige oder Wir backen Stollen

…der britische Spielfilm aus dem Jahr 1949 basiert auf dem Buch „Israel Rank,  The Autobiography of a Criminal “ von Roy Horniman und zählt zu meinen Lieblingsfilmen.
Adel verpflichtet, unseren Backadel kann ich nachweisen, wir haben auch keine kriminellen Ambitionen,  im Gegenteil,  der Gärtnergatte ist Jurist.
Der Herr Großpapa des Gärtnergatten war Bäckermeister.
Seine originale Meisterurkunde hängt bei uns am Kamin.

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Gemeinsam mit meiner Frau Schwiegermutter, der Hüterin des geheimen Stollenrezeptes der Familie, backen wir jedes Jahr, bevor der Advent beginnt, unser liebstes Weihnachtsgebäck – Stollen.
Da es ein geheimes Rezept bleiben soll, kommt hier auch keine detalierte Rezeptbeschreibung.
Die Vorfreude auf den Advent und das Weihnachtsfest möchte ich wiedergeben.
Traditionen wie diese sind mir wichtig, deshalb versammeln sich zum Backen auch die Schaukelinhaberin mit ihrer Frau Mama.
Stollen –  natürlich ist der Sächsische der Beste.
Das Wort Stollen kommt vom althochdeutschen „stollo“ für Pfosten oder Stütze und beschreibt schon mal die Form des Kuchens aus schweren Hefeteig,  dessen weitgehende Bestandteile unten noch aufgeführt werden.
Bis in das Jahr 1329 führt die älteste schriftliche Erwähnung des Backwerkes zurück.
Der Naumburger Bischoff Heinrich I.von Grünberg erwähnt ihn im Naumburger Innungsprivileg.
Als Weihnachtsabgabe mussten zwei lange Weißbrote aus einem halben Scheffel Weizenmehl abgegeben werden.
Somit ist der Ursprung des Stollens in Sachsen bewiesen.
Wenn diese Fom auch nur eine Vorstufe des heutigen Stollen ist.
1474 taucht in Sachsen dann auch ein Christbrot auf.
1547 schreibt Herzog Moritz an seine Frau Agnes: „Ich will diesen Winter bei dir verbleiben, wir wollen miteinander birn braten, stolln essen und mit Gottes Hülfe ein gutes Müthlein haben.“
1730 ließ August der Starke einen Riesenkuchen verteilen, der dem heutigen Stollen nahe kommt.
Der berühmte Zeithainer Riesenstollen war ein 13 Ellen langer Riesenkuchen der bei einer prachtvollen Truppenschau den sächsischen Truppen den Hunger stillte.
Der Teig bestand aus 18 Scheffeln Mehl, 82 Schocken Eiern (4920 Stück),
3 Tonnen Milch,  1 Tonne Hefe und 1 Tonne Butter.
Zucker, Rosinen und Mandeln waren nicht drin, das Ausgabedatum war mit dem 26.Juni 1730 auch wenig weihnachtlich.
Allgemein wird der Stollen als Gebildbrot bezeichnet, da er mit der Hand geformt wird.
Er versinnbildlicht die weißen Windeln des neugeborenen Jesus Christus.
Bis 1913 bestand für die Weiß –  und Platzbäcker der sächsischen Residenzstadt Dresden eine Zinspflicht.
An jedem 2.Weihnachtsfeiertag mussten sie zwei Christstollen je 36 Pfund an ihren Landesherren liefern.
Eine Menge an Zutaten brauchen auch wir für unsere Weihnachtsgebäck. Genau wie Herzog Moritz wollen wir alle miteinander eine gute Zeit verbringen.
Am Vorabend des Backtages liefert meine liebe Frau Schwiegermutter die Zutaten in 2 Wäschekörben.

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Sie bleiben über Nacht im warmen Raum, für ein gutes Gelingen müssen alle Zutaten die gleiche Zimmertemperatur haben.

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Das Mehl ist gesiebt und die süßen und bitteren Mandeln wurden in Handarbeit von Großvater Werner in einer alten Mandelmühle gemahlen.

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Die Rosinen sind über Nacht in Rum eingelegt und verströmen einen Duft, der mich berauscht. Köstlich.

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Zitronat gehört unbedingt in den Stollen, sein säuerlicher Geschmack wird durch Zitronenabrieb noch intensiver.

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Fett, in vier verschieden Sorten,  Zucker und Salz müssen auch hinein.
Nun geht es zum Herzstück – dem Hefestück.
Es wird angesetzt, indem ein wenig vom Mehl weggenommen wird.
Eine Kuhle formen und hinein kommt die in lauwarmer Milch aufgelöste Hefe.

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Hier gibt es noch einen Geheimtipp, den sicher alle klugen Hefebäcker kennen.
Verraten darf ich ihn nicht, meine Frau Schwiegermutter würde mir das Fell über die Ohren ziehen – Adel verpflichtet.
Zudecken und die Hefe gehen lassen.

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Sieht das Hefestück so aus, ist schnelles Handeln wichtig.
Rasch muss das Hefestück in das restliche Mehl eingearbeitet werden.

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Zuschauer müssen brav im Raum bleiben,

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Zugluft ist völlig unerwünscht.
Von den aufsteigenden Gerüchen sind sowieso alle benebelt und schauen zu wie der Gärtnergatte mit starken Händen den Teig knetet.

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Das ist schwere Männerarbeit. Der gefestigte Teig kommt nun auf eine große Ablagefläche, damit die edlen Zutaten eingearbeitet werden können.

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Die Mandelmasse duftet wie feinstes Lübecker Marzipan und kommt in den Teig.

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Das Zitronat glänzt wie helle Smaragde

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und die Rosinen berauschen uns nun völlig.

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Zwei, drei sind in meinem Mund gelandet und ich bin in seligster Stimmung.
Mein lieber Gärtnergatte knetet den Teig und formt eine lange Rolle,

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schlägt alles wieder zusammen und hat den Teig fertig.

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8 Laibe sind geplant, 1 Ministollen für die Schaukelinhaberin und ein Stollenkuchen.
Der Teig wird abgewogen und

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dann noch einmal zum Ruhen abgedeckt.

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In der Zwischenzeit backen wir uns zum sofort essen einen Stollenkuchen,  der fertig gebackene Stollen muss vor dem Verzehr mindestens zwei Wochen durchziehen. Er ist lange haltbar, ein Dauergebäck. Früher wurde er nicht vor Heilig Abend angeschnitten und reichte dann bis Ostern.
Das schaffen wir nicht.
Bei uns gibt es den ersten Stollen zum Geburtstag des Gärtnergattens am 29.November,  der oft mit dem 1.Advent gleich fällt.
Heute wollen wir aber auch probieren und deshalb gibt es Stollenkuchen.
Dafür wird etwas vom Teig mit gekochter, abgekühlter und geriebener Kartoffel vermischt, auf ein Blech gegeben und mit Butterflocken und Zucker belegt und bestreut.

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Das Backen wärmt gleichzeitig den Backofen für den Stollen vor.
Der Kuchen ist eine köstliche Vorfreude auf den Stollen

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und schmeckt wundervoll, ist feucht und vereint die Aromen von Mandeln, Rosinen und Zitronat.
Der Teig kommt nun in handgefertigte Stollenformen, die von einem geschickten Familienmitglied hergestellt wurden. Der Boden ist mit Backpapier ausgelegt.

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Backtemperatur und Dauer sowie genaue Mengenangaben der Zutaten müsst ihr euch bitte selbst suchen, der Adel, ihr versteht.
Die Schaukelinhaberin ist ganz begeistert von ihrem kleinen Stollen und versucht die Rosinen heraus zu picken.

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Der Alkohol ist während des Backens verflogen.
Die fertigen Stollen werden mit zerlassener Butter bestrichen und mit Puderzucker bestäubt.

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Für manchen kann diese Schicht nicht hoch genug sein.
Uns genügt eine einmalig aufgetragene Decke, die guten Zutaten bieten genügend Geschmack.

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Verpackt wird der Stollen nach dem Abkühlen in spezielle Tüten aus Butterbrotpapier und dann noch in Zellophantüten, die dann wiederum in spezielle Pappkartons kommen.

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So verpackt trocknet das Weihnachtsgebäck mit den edlen Zutaten nicht aus und schmeckt um so besser, je länger er liegt.
Das ist bei uns meist nicht allzulange.
Um meine Vorfreude perfekt zu machen hat mein lieber Gärtnergatte mir noch meinen Adventsstern unters Dach gehängt.
Leuchten wird er natürlich erst am 1. Advent.
Seit heute freue ich mich wieder sehr auf diese besinnliche Zeit und auf das Fest des immer wiederkehrenden Lichtes.