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Deutschland. Ein Wintermärchen

Heinrich Heine

Im traurigen Monat November war’s, die Tage wurden trüber,
der Wind riß von den Bäumen das Laub,
da reist ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
da fühlte ich ein stärker Klopfen
in meiner Brust, ich glaube sogar
die Augen begunnen zu tropfen.

Heine läutet mir den Winter ein. Für alle die das gesamte „Deutschland. Ein Wintermärchen“ wieder einmal lesen möchten, führt oben ein Link dahin.

Durch den Garten will ich eine Abschiedsrunde für diese Saison drehen. Er ist mir meine Heimat. Immer wenn ich tagsüber an ihn und mein, nach dem Umbau,  schönes Zuhause denke, habe ich ein Lächeln auf dem Gesicht.
Vor der Kälte des Winters ist mir nicht bange.
Der Gärtnergatte hat gut Vorsorge getroffen.

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Gemeinsam mit unserem Sohn hat er im Wald Holz geschlagen, natürlich mit Erlaubnis des Försters.
Ordentlich gestapelt können unsere Holzschätze in Ruhe trocknen.
Der Wald ist so von Windbruch und kranken Bäumen befreit und wir haben genügend Holz für gemütliche Kaminabende.
Ein Stückchen weiter leuchtet mir im tiefsten Grün die Koniferenhecke entgegen.

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Hinter ihr finden meine Hortensien, der Lavendel und auch manchmal ich Schutz vor Kälte und neugierigen Blicken.
Meine Lieblingsbank ist auch beräumt, die zarte, schöne Iris liegt schon im Winterschlaf und nur die Blüten des Essigbaumes bieten noch Farbtupfer.
Statt mit den Blüten des Goldfelberichs spielt der Wind mit Apfelbaumblättern.

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Der Jasminbusch lässt seine letzten Blätter erglühen, sie leuchten so prächtig, wie es im Frühjahr die duftenden Blüten taten.

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Der Kamin und die Terrasse zeigen sich verpackt auf den Winter vorbereitet und nur mein Tee wartet noch auf Weiterverarbeitung.

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Wenn das Wetter ganz umschlägt, wird er mir den Garten wärmend nah bringen. Ich habe mir ein paar Mischungen ausgedacht, die mir im Winter gelegentlich meinen geliebten schwarzen Tee ersetzen.
Eine Überraschung hat der Garten jetzt noch parat. Winteräpfel warten noch auf ihre Ernte.

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Sie schmecken umso besser, wenn sie etwas Kälte abbekommen. Bald werde ich auch diese letzten Früchte ernten.
Die Schatten werden schon deutlich länger

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und die kühle Erde vermischt mit dem Laub verströmt einen Duft, den nur der Spätherbst schenken kann. Erdig, frisch, klar manchmal schon nach Schnee. Ist es nicht eigenartig schön, das gefrorenes Wasser einen Duft haben kann?
Ich schlendere langsam zurück und entdecke – die Hoffnung stirbt wirklich nie – erste Frühlingsboten. Die Vergißmeinnicht haben schon ausgetrieben.

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Hoffentlich fällt bald Schnee der sie vor eisigem Frost schützt.
Der Weg zum Haus zurück führt am Lieblingsplatz der Schaukelinhaberin vorbei, doch auch die Schaukel hält schon Winterschlaf und liegt in eine Decke eingerollt in der Garage.
Eingerollt haben sich wahrscheinlich auch die Igel, ich habe eine ganze Weile  nichts von ihren Spuren gesehen. Sonst hinterlassen sie gern ein Häufchen.

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Mein Lieblingsfenster sieht leer aus, die bunten Weinlaubblätter hat der Wind geholt.

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Bald mache ich mir einen weihnachtlich geschmückte Freude daraus.
Mir wird der Wind zu frisch, lieber suche ich im Haus den Adventsschmuck heraus und schaue von oben noch einmal auf den Wald, der wie der Garten bald ganz im Winterschlaf versinken wird.

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