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Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge Geißlein…

…und hatte sie so lieb, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat.
Meine Schaukelinhaberin habe ich so lieb, wie eine Großmutter ihr Enkelchen lieb hat und darum gehen wir heute die Ziegen besuchen.
Das Wetter ist herbstgolden,  ich bewundere,  nun neidlos,  die schönen

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Hortensien,  die uns auf unserem Spaziergang begrüßen.

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Die Vorgärten sind liebevoll mit den prächtigen, eigenen Zuchterfolgen geschmückt

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und fast letzte Rosen blühen verschwenderisch schön, als wüssten sie um ihren baldigen Abschied.

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Begeistert begrüßt meine Kleine jedes Tier, doch diese Katze denkt nicht daran ihren Sonnenbadeplatz zu verlassen, nur um sich streicheln zu lassen.

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Die warme Sonne streichelt sie genauso und noch sanfter.
Golden leuchten die ersten gefärbten Blätter,

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golden leuchtet die Schokolade unserer Wegzehrung,

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doch die Augen der Schaukelinhaberin leuchten in einem Glanz, wenn sie ihre Nascherei sieht, der nicht zu beschreiben ist.
Und da sind wir am Ziel,  das Ziegengehege ist in Sicht.

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Direkt am Waldrand ist es gelegen und die Tiere fühlen sich sehr wohl.

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Mir scheint es, als lächle diese freundliche Geiß mich an.

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Sofort glaube ich wieder, dass sie alles tat, um ihre Zicklein vorm bösen Wolf zu beschützen und gebe ihr meinen Keks ab.
Ein Stück weiter zeigt sich noch einmal, wie schön meine Heimat ist.

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Langsam wird es Zeit für den Heimweg.
Ein kleiner Abstecher noch am Fenster meiner Frau Mutter vorbei. Fast könnte man meinen, sie hätte einen kleinen Bauchladen mit , je nach Jahreszeit, kalten oder heißen Getränken, die sie an bedürftige, zur Familie gehörende Vorbeispazierende, austeilt.

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Ein Glück sie in unserer Nähe zu haben.
Wir sind bald wieder zu Hause und freuen uns auf unser Mittagessen und den anschließenden Schlaf.
Frische Luft macht hungrig, müde und glücklich.
Zum Einschlafen erzähle ich meiner Schaukelinhaberin das Märchen von den 7 Geißlein, das ihr unten nachlesen könnt, wenn es euch entfallen ist.
Was ich nicht glaube, wer vergisst schon das Schönste aus seiner Kindheit.

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Fliedermütterchen

Der Name dieses Märchens von Hans-Christian Andersen, das meine Kindertage begleitete und ihnen, wie alle Märchen des geschätzten Dänen,einen zauberhaften,träumerischen Reiz verlieh,  brachte mich durcheinander. Nie hatte ich jemanden beobachtet der,wie beschrieben,die prachtvollen weissen und lila Fliederblüten zu Tee verarbeitete.Inzwischen weiß ich,mit „Flieder“ ist Holunder gemeint.

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Gleich neben der Treppe, den geliebten Sommerfrühstücksplatz beschattend, steht auch in unserem Garten ein schwarzer Holunder.

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Gut so! Er hält böse Geister vom Hause fern.Dieser Glaube hängt sicherlich mit dem hohen Vitamin C und Kaliumgehalt seiner Früchte,der Holunder- oder eben Fliederbeeren zusammen.
Gern stelle ich mir in heimeliger Abendstimmung vor, wie aus dem Dunkel der Nacht sich anschleichende Geister ,sich ans Haus wagen wollend und schon vom die Sinne betörenden Geruch des Holunders bekehrt,sich abwendend andere Opfer suchend, den paradiesichen Garten auf immer verlassend, wieder verschwinden.

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So viel reine Schönheit lässt nichts Böses neben sich gedeihen.
Deshalb lasse ich die
duftenden und verlockenden Blüten am Strauch,ohne sie zu Sekt oder Ähnlichem zu verarbeiten.Die schwarzen,wohlschmeckenden Beeren sind bei den Vögeln genauso beliebt wie bei uns.Wohl aus diesem Grund wohnt in unmittelbarer Nähe ein Rotschwänzchenpärchen mit seinem Nachwuchs.Vieleicht erinnert Ihr Euch an Brüderchen und Schwesterchen? (siehe Das Schöne vom Tag ) Eben diese Beiden leisten uns nun gelegentlich zutraulichen Besuch beim Frühstück.Erwachsen sind sie geworden und elegant.Aus den glänzenden,saftigen Früchten,die sie uns übrig lassen, bereiten wir Gesundes zum Trinken oder erfrischende Suppen für heiße Sommertage.

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Im Märchen sitzt Fliedermütterchen hier im Geäst des Busches und erzählt dem Kind,das zu seiner Genesung den Tee der Blüten zubereitet bekam,Geschichten.Unter unserem Strauch geniessen an freien Morgen der Gärtnergatte und ich ein genüsslich sich ausdehnendes Frühstück. Diese gern gelebte Frühstückszeremonie gibt Kraft für lange Wintertage,die jetzt noch so fern scheinen.Den Tee der Holunderblüten,dem eine schweißtreibende und fiebersenkende Kraft zugeschrieben wird,benötigen wir ,gestärkt durch die Aufenthalte im Garten, nur selten.Er hält böse Geister eben fern – unser Holunder.

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Wenn ich durch seine Blätter vor der Sonne geschützt,im Kühlen sitzend,die Schattenspiele der Zweige bewundere,fallen auch mir alte Geschichten ein.Ihnen zufolge kommt der Name Holunder von Frau Holle, aus der nordischen Mythlogie,die ja viel älter als die bekannte Gestalt aus dem Grimm’schen Märchen ist  und ihren Ursprung in der Muttergöttin der Jungsteinzeit haben soll.Schon immer suchten sich die Menschen jemanden, unter dessen Schutz sie sich stellen konnten.

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Gern möchte ich das alte Märchen in den Herzen wieder aufleben lassen und deshalb
weist ein Link unten aufgeführt auf die Geschichte des kleinen Jungen der sich nasse Füsse holte und dessen Mutter ihn mit Holundertee wieder gesund pflegte und den dabei wundersame Träume besuchten.Vielleicht sogar Frau Märchen selbst. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte.