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Rotkohl bleibt Rotkohl und Brautkleid bleibt Brautkleid…

…oder lieber
Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid?

Zum Hochzeitsessen gibt es sicher in vielen Regionen dieses beliebte Gericht.
Abhängig von der jeweiligen Region heißt es Blaukraut oder Rotkohl obwohl seine eigentliche Farbe lila ist.
Da lila bis zum Mittelalter als Farbe nicht bekannt war – erst als die Kreuzzügler den Flieder in unsere Gefilde brachten, entstand das Wort für diese Farbe (Im Arabischen heißt Flieder – Lilak.) – hieß der Kohl eben Blau-oder Rotkohl.
Seine Farbe richtet sich, wie bei den Hortensien auch, nach dem ph- Wert des Bodens.
Sauerer Boden lässt den Kohl rötlich werden, basischer Boden verstärkt den Blauton in dem Wintergemüse, das auch einen hohen Vitamin C Gehalt hat und deswegen auch als Rohkost ein wichtiger Vitaminlieferant ist.
Beim Kochen verliert sich das Vitamin C.
Wer auf eine basische Ernährung achtet, sollte dem Kohl Haushaltsnatron hinzugeben. Dadurch wird der Kohl auch wieder bläulich.
Gibt man Essig hinzu, verfärbt er sich wieder rötlich, das Gericht erhält dann einen sauern pH Wert.
Ich will ihn nun aber wirklich auch zubereiten und nicht nur über ihn reden.
Zu Braten, die in der kalten Jahreszeit besonders gut schmecken, ist er eine beliebte Beilage.
Deshalb koche ich eine größere Menge, die ich dann portionsweise einfriere.
Der Rotkohl schmeckt umso besser, je öfter er aufgewärmt wird.

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Ich benötige:
1 Rotkraut
3 Zitronen
2 große Äpfel
2 große Zwiebeln
100 g kleingewürfelten Schinkenspeck
Gänseschmalz
Schwarze Johannisbeermarmelade
Zucker
Salz
Pfefferkörner und
Gewürznelken.
In einem großen Topf zerlassen ich das Gänsefett, es gibt dem Rotkraut einem herzhaften Geschmack und lässt es glänzen.

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In dem zerlassenen Fett brate ich den Schinkenspeck an.

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Wenn der Speck schön angeröstet ist, gebe ich nach und nach das klein geschnittene Rotkraut hinein.

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Beim Schneiden ist der Saft über meine Hände gelaufen, die nun waschecht lila gefärbt sind. Das geht so leicht nicht wieder ab.
Außer mit

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Zitrone.
Die Zitronen habe ich halbiert und drücke den Saft und auch das Fruchtfleisch direkt ins Rotkraut hinein, wieder läuft dabei der Saft,  diesmal der von Zitronen,  über meine Hände. Er beseitigt die vom Rotkraut schneiden vorhandenen Verfärbungen vollständig.

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Trara…alles wieder sauber.
Nun kommen die geschälten Äpfel dazu sowie Salz und Zucker nach Geschmack. Die Pfefferkörner habe ich in einen Teebeutel gefüllt, so können sie besser wieder entfernt werden.

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Wem die Zitrone zum Säuern nicht ausreicht, der kann auch noch etwas Essigessenz oder Rotweinessig dazu geben.
Die Zwieben habe ich mit den Gewürznelken gespickt, so lassen sie sich nach der Zubereitung gut entfernen und niemand beißt beim Essen darauf.

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Die gespickten Zwiebeln kommen noch in den Topf, die Johannisbeermarmelade ist auch schon drin und gibt dem Kraut eine schöne fruchtige Note.

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Das Ganze köchelt jetzt bei kleiner Hitze eine Stunde vor sich hin . Dann lasse ich das Kraut erkalten und wärme es erneut auf, es zieht so gut durch.
Wenn es wieder abgekühlt ist, friere ich das Rotkraut portionsweise ein,  bei Bedarf taue ich einfach eine Portion auf.
Eine kleine Kostprobe ist erlaubt und für mich muss genauso ein deftiges Rotkraut schmecken.

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Süß-sauer, nach Nelken und Äpfeln, fruchtig und dennoch herzhaft.
Zu den nächsten Rouladen schmeckt es sicher sehr gut.

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