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Abwarten und (Lavendel)Tee trinken…

Wer einen Gärtnergatten hat, hat’s gut.
Mir geht es so.
Ich konnte also am vergangenen, von schönster Sonne beschienenen Wochenende still auf meiner eigentlich für das Abstellen von Wäschekörben gedachten alten Gartenbank sitzen, Tee trinken und zuschauen, wie der Gärtnergatte letzte Arbeiten im Garten verrichtet.

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Dies ist einer meiner versteckten Lieblingsplätze, die hohe Koniferenhecke schützt mich vor jeglichem neugierigen Blick.

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Dort stehen geschützt meine Hortensien und davor wachsen zu meiner und der Wäsche Beduftung Lavendelpflanzen.
Da unsere Tochter noch einige abzugeben hatte, wird deren Anzahl nun erhöht.
Platz ist noch vorhanden und die Pflanzen stehen sicher vor Kälte.

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Hier gehe ich gern den Weg zur Terrasse entlang, sitze im Sommer im Schatten,  im Winter kältegeschützt. Der Farn,  die Birkenblätter, nun auch die Hortensien und der Lavendel tragen dazu bei, dass ich mich zu jeder Jahreszeit in meinem Garten wohlfühle.

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Es ist schon ein wenig spät im Jahr zum Pflanzen, da der Lavendel kräftig und gesund und der Standort noch lange frostsicher ist, hoffe ich auf gutes Gedeihen.

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Ein bisschen macht es mir auch Spass, dem Gärtnergatten einfach zuzuschauen. Der Duft der den Lavendelpflanzen entströmt, hüllt mich wohlig ein und mein Gärtnergatte macht sich die Mühe, um mir eine Freude zu machen.
Dieses zusammen steigert mein Wohlbehagen, ich könnte schnurren vor Zufriedenheit.
Sollte mir dieses Gefühl in den nun folgenden dunkleren Wintermonaten vorübergehend abhanden kommen, mache ich mir einen Blütentee,  der schon allein durch seine Farbigkeit Freude schenkt. Er ist außerdem sehr wohlriechend und -schmeckend.
Dafür habe ich gesammelt und getrocknet: Melisse, Rosenblätter, Kornblume, Minze, Ringelblume und Lavendelblüten.
Der Tee wirkt auch gegen leichte Kopfschmerzen, dafür sorgen Ringelblume und Kornblume, die auch noch prächtig leuchten. Rose, Lavendel und Melisse wirken zusätzlich entspannend.
Wenn ich beim Trinken an meine Hortensien denke, ist alles gut.

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Tee

Die Blätter einer Pflanze aus der Gattung der Kamelien und heißes Wasser .
Fertig ist eins der beliebtesten Getränke der Welt – Tee.
Eine Tasse golden leuchtender Tee am Morgen und ich kann doch schon sprechen.

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Zum Frühstück gibt es bei mir seit langer Zeit einen leichten, eleganten, blumigen und goldfarbenen Darjeeling first Flush.
Der erste Schluck schon löst ein Gefühl des Wohlbehagens aus. Vielen Teetrinkern geht es so.
Eine Tasse Tee am Nachmittag, auch jetzt bleibe ich bei Darjeeling, aber second Flush oder eine einfache Herbstpflückung, also würziger, und die Anspannung des Tages lässt nach.

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Vor etwa 4700 Jahren sollen wilde Teeblätter in einen Topf mit kochendem Wasser geweht worden sein.
Der Besitzer des Topfes war Kaiser Shen Nung und ihn erfrischte das duftende Getränk nicht nur, es erfreute ihn und besänftigte sein Herz.
China, Japan und Indien sind die ursprünglichen Teeländer; Sri Lanka, Afrika, Taiwan kamen hinzu.
Die Teesorten der verschiedenen Länder stehen auch für verschiedene Geschmacksrichtungen.
Aus Indien kommt mein geliebter Darjeeling. Zart und fein ist er im Geschmack.
Das Land bietet auch Stärkeres.
Vitalität verspricht der kräftige Assam Tee.
China bietet nicht nur feinste Aromen, sondern auch klangvolle Namen, wie z.B. „Dragon Well“.
Japan steht mit seiner langen Tee kultur für eleganten, grünen Tee und einen gediegenen Earl Grey.
Im 17. Jahrhundert kam der Tee durch portugiesische und holländische Händler nach Europa.
Sein Siegeszug begann, als die portugiesische Prinzessin Catharina von Braganza 1692 den englischen König Charles II. heiratete und mit ihrer Mitgift auch eine Kiste Tee mitbrachte.
Die Teetrinkernation Großbritannien war geboren.
Handelsschiffe brachten die leichte Fracht nun aus den fernen Ländern und  zum Beschweren der Teeschiffe dienten Kisten voller Porzellan. Daraus zu trinken versprach gleichzeitig auch höchsten Teegenuß. Ist es doch geschmacksneutral und speichert die Wärme gut.

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Feuerfestes Glas bietet heute eine gute Alternative dazu.
In Japan mit seiner Zeremonie des Teetrinkens benutzt man Kannen aus unglasierten Ton, die im Laufe der Jahre das feine Teearoma annehmen.
Geerntet werden die beiden jüngsten Blätter und die Blattknospe.
Je jünger die Blätter, desto besser der Tee.
First Flush Tee besteht aus der ersten Ernte der Vegetationsperiode. Wächst er dazu noch in großen Höhen und dadurch langsamer, entwickeln sich beste Aromen.Wie bei großen Weinhäusern gibt es auch hier alteingesessene Teeplantagen.
Verschieden wie die Anbauländer sind auch die Teesorten.
Für schwarzen Tee werden die Blätter gewelkt und in Rollmaschinen dann die Blattzellen aufgebrochen damit der Fermentierungs- und Oxidationsprozess stattfinden kann.
Zum Haltbarmachen werden die Blätter  getrocknet.
Grüner Tee wird nicht fermentiert, nur geröstet und enthält deshalb mehr Vitamine und Bioaktivstoffe.
Mit Oolongtee gibt es eine Mittellösung zwischen Schwarz – und Grüntee.Er ist teilweise fermentiert, frisch wie grüner Tee, aber mit dem reifen Aroma des Schwarztees.
Weißer Tee nun ist ein kostbare chinesische Spezialität. Dafür werden die jungen Triebe direkt an den Blattknospen gepflückt und getrocknet. Er ist hell und besonders fein.
Schwarzer und Oolongtee wird mit frisch aufgekochtem Wasser aufgebrüht.
Nur noch 70 – 80 Grad sollte das  Wasser haben, wenn grüner oder weißer Tee zubereitet wird.
Die Ziehzeit entscheidet über den Geschmack und der ist bekanntlich unterschiedlich.
So ist es auch mit Zugaben zum Tee.
Milch, Sahne, Zitronensaft, Marmelade, Zucker,  Kandis oder Rum, die Auswahl ist groß.
Auch zu jedem Gericht gibt es einen passenden Tee.
Mein Favorit ist der klassische englische 5 – Uhr – Tee, am Liebsten mag ich den Tee ohne alles aber ein Scones mit Sahne und Erdbeermarmelade dazu. Ein einfacher deutscher Windbeutel macht mich genauso glücklich und ist leichter zu bekommen.Leider darf so nur gelegentlich geschwelgt werden.
Die Zähne weiß ich durch den Tee selbst geschützt und das Herz auch.
Berührt wird das Herz vom Tee trotzdem, wie Heinrich Heine beschreibt.

Teetisch

Sie saßen und tranken am Teetisch,
und sprachen von Liebe viel.
Die Herren waren ästhetisch,
die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß sein platonisch,
der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
und dennoch seufzte sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit;
die Liebe sei nicht zu roh,
sie schadet sonst der Gesundheit,
das Fräulein lispelt: Wieso?

Die Gräfin spricht wehmütig:
Die Liebe ist eine Passion!
Und repräsentieret gütig
die Tasse Tee dem Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen,
mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
von deiner Liebe erzählt.

Nicht umsonst sagt ein englisches Sprichwort.
Eine Tasse Tee und die Welt kommt wieder in Ordnung.