In Vino veritas oder sächsischer Wein

Sachsen hat ein kleines, Kennern bekanntes, Weinanbaugebiet – zwischen Radebeul und Meißen gelegen.
Schloss Wackerbarth oder Wackerbarth’s Ruh möchte ich vorstellen, es ist einen Ausflug wert.

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Umgeben von Weinbergen liegt das Barockschloss im Denkmalschutzgebiet „Historische Weinberglandschaft Radebeul „.
Das historische Areal des Schlosses bildet Ausläufer ins Landschaftsschutzgebiet Lößnitz.

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1727-1730 von Johann Christoph Knöffel gebaut, war es vieles.
Schule, Heilanstalt, Ruhesitz, Wohnsitz, Staatsbesitz, Reservelazarett, Kommandatur, Poststelle und immer eines – unglaublich schön.
1875 wurde es im Stil italienischer Renaissance umgestaltet.
1920 erfolgte die Rebarockisierung und im Jahr 2000 wurde das Schloss denkmalgerecht restauriert.

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Es verfügt über eine wundervolle französische Gartenanlage in der Konzerte und Sommernachtsbälle stattfinden.
Direkt hinter dem Schloss laden terrassenförmig angelegte Sitzflächen, die harmonisch in die Weinberge übergehen, zum Verweilen im Park ein.

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Behagliche Ruhe verströmt das Belvedere.
Ein Belvedere bietet, wie der Name sagt, einen schönen Ausblick,  und von hier oben schaut sich’s gut in’s Tal.
Ich fühle mich sehr wohl an diesem Ort, irgendwie aufgehoben.
Eine Aussicht liegt vor mir, die in jeder Jahreszeit Freude schenkt, ich mag es sehr jetzt im Herbst,  wenn sich die Landschaft in farbigem Leuchten vom Sommer verabschiedet.
In der milden Sonne sitzend, einen Kaffee oder auch ein Glas Wein zum Genießen vor mir, so lässt ’s sich leben.
Heute befindet sich in der historischen Anlage das Staatsweingut Radebeul- Lößnitz.

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800 Jahre alter Weinanbau in Sachsen trifft hier auf eine Kelterei, die sich trotz ihres modernen Neubaus harmonisch einfügt.
Es ist das erste Erlebnisweingut Sachsens.
In Führungen durch Schlossgarten und Kelterei werden schrittweise, angefangen von der richtigen Rebe, über die Kelterart und Reifung,  alle Stufen der Wein- und Sektherstellung erklärt.
Gekostet kann natürlich werden und jetzt, zur Weinlese, wird auch gern bei dieser zugeschaut. Eine Voranmeldung ist günstig, aber nicht zwingend notwendig.

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Hergestellt werden in klassischer Flaschengärung ein ausgezeichneter Sekt und Weißweine, die der kleinen Region durchaus Ehre machen.

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Feinfruchtige, mineralische  Rieslinge und Weißburgunder und ein bemerkenswerter Gewürztraminer wachsen hier.
Als Erbe der Marke Bussard ist Wackerbarth heute die älteste Sektkellerei Sachsens und die zweitälteste Deutschlands. Ein „Dresdner Engel“ macht einem Champagner Konkurrenz.
Hervorheben möchte ich unter den Weinen den Goldriesling, der nur noch im Elbtal angebaut wird. Ein leichter, fruchtiger Wein mit kleiner Säure.
Die Rebe treibt spät im Frühjahr,  was sie vor Frösten schützt und kann zeitig gelesen werden. Ideal also für das bei uns vorherrschende Klima.
Der Goldriesling ist ein jung zu trinkender Sommerwein. Seinen Preis von ca. 10 – 12 Euro pro Flasche ist er wert.
Probiert werden kann er auf den angebotenen Weinführungen oder im zum Weingut gehörendem Restaurant. Ein Laden zum Erwerb all dieser Köstlichkeiten ist vorhanden.
Für alle, denen das ausnehmend schön gelegene Schloss Wackerbarth zu weit entfernt liegt, besteht die Möglichkeit einer Internetbestellung von Wein und Sekt.
Einen Besuch ersetzt diese kaum.

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Glaubt mir. In Vino veritas.

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41 Gedanken zu „In Vino veritas oder sächsischer Wein

  1. Toettchen

    Schön geschrieben. Ich stutze immer bei dem Wort „Kenner“. Das sind dann doch die, die all die guten Nuancen herausschmecken, die der Laie sucht.
    Hier am Bodensee gibt es auch solche lagen, die aber eher unter die Kategorie „badische Landsäure“ fallen.
    Liebe Grüße
    Toettchen

    Antwort
  2. magguieme

    Wirklich schön, einladend und genussreich geschrieben. Allein die Skepsis gegenüber deutscher Weine bleibt (ganz zurückhaltend und vorsichtig gesagt)…

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Ich glaub es dir und kenne mich viel zu wenig mit Weinen aus, um da mitreden zu können.
      Es ist die einladende Umgebung an sich, die mir gefällt. Dort verbrachte Stunden sind harmonische Stunden.
      Eine Insel auf der wie ich finde, gezeigt wird, wie es sein könnte, wenn Alt und Modern aufeinander treffen. Denn harmonischen Übergang von Schlossgelände in „gläserne“ Fabrik habe ich gar nicht gezeigt, weil ich die Wein treiben an sich so schön finde.
      Normal trinke ich keinen Wein, vielleicht hat mir die Probe vom Goldriesling darum so gut geschmeckt.
      Aber Dresdner Engel habe ich mitgenommen, zum Verschenken.
      Ich wünsche dir einen schönen Urlaub meine liebe Marga.

      Antwort
      1. arabella50 Autor

        Mimimimmmii:
        Wohin soll denn die Reise gehen, wohin,sag wo hin, ja wohin?
        Wo wir den goldenen( Sommer)Herbst seh’n, dahin ja dahin.

        Oder reist du in die Sonne direkt?
        Ich bitte meine Neugier zu verzeihen.:-D

      2. magguieme

        Ich darf, und das ist schon eine Weile her, ans Meer reisen. Es wird also warm und als ich gestern von 28 Grad las, kam ich aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.
        Tatsächlich folge ich einer ganz lieben Menschin. Anders könnte ich es mir auch gar nicht vorstellen, überhaupt in Mallorca zu landen. Es wird eine Yogawoche.
        Neugier befriedigt?

        Und was ich mich immer wieder frage: Woher kommt dieses Umverzeihungbitten? Das grassiert zuweilen ganz schön und ich, als eine, die sich tatsächlichen manchmal und auch aus guten Gründen entschuldigen will, verstehe das nicht. Als Floskel vielleicht, aber wenn wir mal auf die Worte achten, dann frage ich mich schon, was wir da von uns geben…
        In diesem Sinne verzeihe ich deine Neugier nicht, ich freue mich stattdessen daran! 🙂

      3. arabella50 Autor

        Ich glaube, der kommt daher, dass nicht zu nahe getreten werden will.
        Ist schließlich ein öffentliches Medium.
        Und wie du weisst, trete ich dir gern nahe.
        28 Grad, Yoga und das in beruhigender Begleitung. Wunderbar.
        Erzähst du mir gelegentlich über dein Yoga?
        Wenn ich verreise, fahren wir an die Ostsee, gern in den Wintermonaten, wo die Strände nicht überfüllt sind und Platz zum Atmen lassen. Die guten Hotels sind dann bezahlbar und bieten Wellness zum Entspannen. Ich mag das gern.

      4. magguieme

        Ach, wenn es zu öffentlich wird, dann finden wir andere Wege!
        Dir bin ich doch ebenso gerne nah.

        Ich mag alle Jahreszeiten, brauche aber immer Wärme. Ob kuschelig eingepackt und Schneewinde mit wilden Flocken oder Sommerbruzeleien, ich mag alles. Auch Herbststürme oder Frühlingtauen.
        Besonders freut mich das Wasser. Noch nie hatte ich eine derartige Sehnsucht nach Wasser und diese Yogareise hat sich mir im Frühling fast aufgedrängt. Nun bin ich sehr, sehr froh, dass sich das so wunderbar verbindet.
        Ja, vielleicht erzähle ich mal von meinem Yoga. Ich passe nur so schlecht zu irgendwelchen Überschriften. Ich mache wenig nach Lehrbuch und viel nach Gefühl.

      5. arabella50 Autor

        Da ist sie doch schon die Überschrift.
        Mach es mir bitte richtig schmackhaft, vielleicht raffe ich mich dann endlich auf.
        Pfefferminzschwenkende Grüße an dich und viel Freude

      6. magguieme

        Du Liebe, du!
        Ich darf dir ein gut gehütetes Geheimnis verraten. Wenn du am Morgen in den Garten gehst, das Gesicht der Sonne zuwendest, tief einatmest und womöglich noch die Arme hebst, dann machst du Yoga.
        Wenn du an einer Blume riechst und ganz vergisst, ein Foto für den Blog davon zu machen, dann machst du Yoga.

        Ja, da gibt es diese Stellungen (Asanas). Die sind ein Teil davon. Die meisten treiben damit eher Gymnastik als Yoga, das nur dazu (und ich gestehe, dass auch ich damit zu tun habe).

        Angefangen hast du also längst 🙂
        Wer weiß, für die nächsten ein, zwei Schritte kann ich womöglich wirklich Appetit machen.

        Liebe Grüße von der selbst auf dem Weg Seienden!

  3. AnDi

    Ein Weingut mit bewegter Vergangenheit, in herrlicher Lage und einem wundervollen Garten. Nun, wir geben Dir absolut Recht: das ist einen Ausflug wert!

    Ach, und nicht zu vergessen: wieder einmal ein sehr schön geschriebener und wundervoll bebilderter Bericht. Wir danken Dir dafür, dass Du uns Deine Heimat so wieder ein Stück näher gebracht hast! 🙂

    LG
    AnDi

    Antwort
    1. arabella50 Autor

      Liebe Diana, ich freue mich immer sehr, über deine Nachrichten und möchte dich, deinen Balkongärtner und den Balkon nicht mehr missen.
      Drück dich, deine Arabella

      Antwort
      1. AnDi

        Oh Arabella, das ist ja ganz lieb von Dir! Der Balkongärtner und ich freuen uns auch immer von Dir zu hören und drücken Dich ganz doll zurück!

        Liebe Grüße
        Diana

  4. martinakunze

    Liebe Arabella,
    dein Beitrag verdient einen Güte-Siegel. Ich drück dir den Stempel mitten in deinen Blog hinein. „Prädikat:besonders wertvoll!!!!!“ Ich ernenne dich zu meiner persönlichen Weinerzählkönigin und Bebilderungskönigin. hee.hee.Super interessant. Immer schon wollte ich über den Sachsen-Wein mehr erfahren. Juchhee. Arabella macht`s möglich. Gestern bei tropischen Temperaturen mit gekühltem Wein von der Loire am Rhein gesessen. Sonnenuntergangsstimmung genossen 🙂 Und heute diese Weinreise. Wie schön!
    Ich halte mal Ausschau nach Sachsen-Wein. Danke, dass du uns mit auf deine wunderschönen Reisen nehmen magst.

    Antwort
  5. eckisoap

    oh danke liebe arabella, ich hatte dieses wunderschöne fleckchen erde fast vergessen. wie traurig. denn ich hatte dort vor längerer zeit einen wundervollen tag! der wein ist absolut geniessertauglich! vielleicht muss ich da ja nochmal hin.
    vielen lieben dank für deinen sehr schönen und ausführlichen bericht!
    sonnige einheitsgrüße aus dem norden sachen-anhalts ♥.
    ecki

    Antwort
  6. keinbisschenleise

    Liebe Arabella,
    zu meinem 60. Geburtstag bekam ich von meiner Freundin aus Sachsen einen Müller-Thurgau geschenkt und musste gestehen, den kannte ich nicht. An dem kleinen Geschenkkarton stand:“Lassen sie sich überraschen, eine Aroma-Explosion von Quittengelee, Mango und Williams Birne, abgerundet von einem Hauch Muskat, offenbart ihnen dieser Genußtropfen aus Sachsen.“
    Ich war begeistert, und hätte nicht erwartet, dass solch ein toller Wein bei uns wächst.

    Dein Bericht ist Spitze, sehr einladend mit den tollen Fotos und spontan fiel mir ein, du musst dich als Werbefrau für sächsischen Wein einstellen lassen 😉

    Noch einen feinen Feiertag
    Gruß Uschi

    Antwort
      1. Silberdistel

        Ich weiß 😉 Ich meine damit auch Werbung ganz im positiven Sinne. Ich hätte vielleicht lieber schreiben sollen, Du machst uns Appetit auf eine tolle Landschaft und wundervolle Weine.

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